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Göttingen Neue Regeln zum Hochwasserschutz in Arbeit
Die Region Göttingen Neue Regeln zum Hochwasserschutz in Arbeit
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18:40 25.03.2009
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Klimaforscher prophezeien häufigere und stärkere Unwetter. Was Hochwasser in besiedelten Gebieten anrichten kann, zeigte das Elbe-Hochwasser 2002. Um Bereiche, die von Hochwasser überschwemmt und als natürliche Rückhalteflächen dienen, zu erhalten und besiedelte Räume zu schützen, müssen laut Bundesgesetz bis 2010, spätestens 2012, neue sogenannte Überschwemmungsgebiete festgesetzt werden.
In Südniedersachsen ist das nicht zu schaffen. Zuständig sind seit Abschaffung der Bezirksregierungen die Landkreise und Städte wie Göttingen. Das Land hat sich allerdings die Voruntersuchungen vorbehalten, weil es sie auch bezahlt. Noch sind nicht alle Aufträge mangels Geld vergeben.
Die Gebiete werden anhand einer Modellrechnung mit einem Hochwasserabfluss ermittelt, der statistisch einmal in 100 Jahren abfließt – das sogenannte HQ 100. Das Land legt die sogenannte HQ-100-Linie fest. Dann führt der Landkreis ein öffentliches Verfahren zur Festsetzung der Überschwemmungsgebiete durch. Der Kreisumweltausschuss plädierte dafür – obwohl laut Ministererlass nicht notwendig –, auch Naturschutzverbände zu beteiligen. Bereits vorher ist eine sogenannte vorläufige Sicherung in Kraft getreten. Für den Bereich Werra-Fulda-Weser steht dies in Kürze bevor. Es gibt zwar Bestandsschutz, aber die Kreisverwaltung erwartet Probleme.

Im Landkreis sind an folgenden Gewässern Überschwemmungsgebiete festgesetzt worden: Werra - Fulda - Weser, Schede (Volkmarshausen bis zur Weser), Nieme (Varlosen bis zur Weser), Schwülme (Lödingsen bis Kreisgrenze Northeim Richtung Offensen), Leine (Landesgrenze Thüringen bis Kreisgrenze Northeim), Garte (Benniehausen bis zur Leine), Rodebach (Billingshausen bis Kreisgrenze Northeim), Rhume (Rhumspringe bis Kreisgrenze Northeim), Eller (Landesgrenze Thüringen bis zur Rhume), Hahle (Landesgrenze Thüringen bis zur Rhume), Nathe (Westerode bis zur Hahle) und Suhle (Germershausen bis zur Hahle). Weitere wie Harste und Dramme werden hinzukommen.In diesen Gebieten dürfen ohne Genehmigung kein Grünland umbrochen, die Erdoberfläche erhöht oder vertieft, gebaut, Baum- oder Strauchpflanzungen hergestellt sowie Stoffe, die den Wasserabfluss hindern können, gelagert werden. Den Flüssen soll der notwendige Platz in ihrer natürlichen Flussaue gesichert werden. Mit Ausnahme der Schede wurden die Gebiete bereits vor rund 100 Jahren anhand der Ausdehnung des Katastrophenhochwassers vom Februar 1909 festgesetzt. Rückhalteräume wurden damals nicht berücksichtigt.

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Von Gerald Kräft