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Göttingen Neue Schulküche kostet 463 000 Euro mehr
Die Region Göttingen Neue Schulküche kostet 463 000 Euro mehr
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19:30 29.08.2011
Von Ulrich Schubert
Alt und zu klein: Die Küche in der KGS wird nur noch zum Aufwärmen des Essens und zur Ausgabe genutzt.
Alt und zu klein: Die Küche in der KGS wird nur noch zum Aufwärmen des Essens und zur Ausgabe genutzt. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Weil immer mehr Schulen Ganztagsangebote machen und auch immer mehr Kinder gerne in der Schule essen, müsse die neue Küche größer angelegt werden, erklärte die Verwaltung im Schulausschuss des Rates. Die Politiker stimmten ohne Debatte zu. Der Rat muss ihr Votum noch absegnen.

Nach ihren Gesichtsausdrücken, schlug diese Kröte den Abgeordneten ganz schön auf den Magen. Aber nur Thomas Häntsch (CDU) fragte vorsichtig nach, ob man diese Entwicklung nicht früher hätte absehen und zur Diskussion stellen können. Denn die Stadt leide unter ständiger Finanznot. Jetzt werde es schwer, das Geld zusammenzubekommen, ohne andere Projekte zu schmälern.

„In diesem Maße haben wir das nicht erwartet“, räumte die Leiterin des Fachbereiches Schule, Maria Schmidt, ein. Vor sechs Jahren habe die Stadt die etwa 35 Jahre alte Produktionsküche in der KGS an einen Privatbetreiber übergeben. Dieser habe 2008 wieder aufgegeben. Seitdem werde in der KGS nur noch vorbereitetes Essen ausgegeben. Gekocht werde inzwischen für etliche Schulen und Kitas in moderneren Anlagen in der IGS, in der Rathauskantine und in der jetzigen Voigtschule in Weende. Zudem habe das Studentenwerk vor einigen Jahren die Versorgung mehrerer Kindergärten übernommen.

2007 habe die Stadt ein neues Qualitätsentwicklungskonzept für die städtischen Küchen, Schulmensen und Kitas erarbeitet, so Schmidt. Damals habe sich abgezeichnet, dass sich bei etwa 600 000 prognostizierten Essen jährlich eine neue Produktionsküche in der KGS doch wieder rentieren würde. Die dafür erforderliche Anlage sollte nach grober Schätzung 900 000 Euro kosten – aufgeteilt auf die Jahre 2011 und 2012. Die alten Geräte seien heute nicht mehr tragbar.

Seitdem seien „explosionsartig“ viele neue Ganztagsschulen mit Mittagessen hinzugekommen – auch an Grundschulen, so Schmidt. An der KGS würden inzwischen alle Fünft- und Sechstklässler prinzipiell die Mittagsverpflegung nutzen. Und das Studentenwerk habe die Verträge für Kindergartenessen zum nächsten Sommer gekündigt. Von damals 600 000 Portionen sei der errechnete Bedarf für 2013 inzwischen auf 870 000 Essen jährlich gestiegen. Um das zu leisten, müsse an der KGS eine erheblich größere Küche installiert werden. 440 000 Euro von den 1,36 Millionen Euro würden auf die Einrichtung fallen, der Großteil seien Baukosten.

Durch höhere Preise wieder einspielen kann die Stadt diese Investition nicht. Das Essen kostet zwischen 2,70 und 3 Euro je Mahlzeit und wird dabei schon deutlich bezuschusst. KGS-Schulleiter Tom Wedrins zeigte sich „ein wenig überrascht, aber sehr erfreut“, dass der Ausschuss „trotz knapper Kassen“ einstimmig dem höheren Posten zugestimmt habe. Im Konzept vieler Schulen spiele eine gute Mittagsverpflegung der Kinder eine wichtige Rolle in der Ganztagsbetreuung.