Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Neue Windräder: Zwölf Flächen im Stadtgebiet
Die Region Göttingen Neue Windräder: Zwölf Flächen im Stadtgebiet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:23 26.09.2012
Von Gerald Kräft
Wo er fliegt, dürfen keine Windräder stehen: Rotmilan.
Wo er fliegt, dürfen keine Windräder stehen: Rotmilan. Quelle: Archiv
Anzeige
Göttingen

Derzeit können Windräder als sogenannte privilegierte Bauvorhaben im Außenbereich überall beantragt und, sofern keine wichtigen Belange entgegenstehen, auch genehmigt werden. Jetzt sollen Vorranggebiete ausgewiesen werden, um den Bau zu steuern. Die geplante komplette Überarbeitung des Flächennutzungsplanes der Stadt dauert mehrere Jahre, deshalb soll erst einmal ein sogenannter „sachlicher Teilflächennutzungsplan“ für die Ausweisung von Vorranggebieten für die Windenergienutzung aufgestellt werden. Außerhalb der Vorranggebiete ist dann kein Windradbau möglich.

Es gibt zahlreiche Anfragen von Investoren, darunter der Energiekonzern Vattenfall und die Göttinger Stadtwerke, nach neuen Standorten in Stadt und Landkreis. Siedlungs- und Verkehrsflächen, Naturschutz- und FFH-Gebiete sowie gesetzlich geschützte Biotope, Naturdenkmale, Wasserflächen, Bodendenkmale und der Artenschutz bei besonders geschützten Brutvogel-Lebensräumen wie dem Rotmilan schließen Windradbau aus.

Die Verwaltung legte Abstände zu Wohnbauflächen von 1000 Metern, zu Außenbereichssiedlungen wie Deppolds-hausen von 500 Metern, zu Gewerbegebieten, Kleingärten und Friedhöfen von 500 Metern, zu Waldflächen, Hauptverkehrsstraßen und Bahnstrecken sowie zu Leitungstrassen und Richtfunkstrecken von 100 Metern, zugrunde. CDU und FDP forderten bereits, die Abstände zur Wohnbebauung zu vergrößern. Es geht um moderne Anlagen mit 130 Metern Nabenhöhe.

Mittlerweile liegen auch Ergebnisse einer Rotmilankartierung vor. Im Umkreis von 1250 Metern um Rotmilannestern dürfen keine Windanlagen errichtet werden. Auch in den Gemeinden im Landkreis Göttingen sollen die Flächennutzungspläne demnächst geändert werden. Der Landkreis hält seine Milandaten vorerst noch zurück.

Windradstandorte

Im Stadtgebiet sind aus Verwaltungssicht zwölf Flächen geeignet:

Fläche  1: 76,01 Hektar
Fläche  2: 13,57 Hektar
Fläche  3: 19,33 Hektar
Fläche  4: 13,40 Hektar
Fläche  5: 0,49 Hektar
Fläche  6: 26,89 Hektar
Fläche  7: 26,34 Hektar
Fläche  8: 1,19 Hektar
Fläche  9: 24,09 Hektar
Fläche 10: 3,57 Hektar
Fläche 11: 1,94 Hektar
Fläche 12: 7,43 Hektar

Mehr zum Thema

Die Rotmilan-Kartierung im Landkreis, ein wichtiges Kriterium für die Ausweisung von Windradstandorten, liegt jetzt vor. Die Kreisverwaltung berichtete mittlerweile den Gemeinden über die Ergebnisse. Die Öffentlichkeit wird voraussichtlich erst im November informiert.

Gerald Kräft 25.09.2012

Das Verfahren zur Festlegung von Windrad-Standorten in der Samtgemeinde Gieboldehausen sorgt weiter für Wirbel.  Rund 300 Eingaben zur Änderung des Flächennutzungsplanes seien bislang bei der Verwaltung eingegangen, bestätigt Bürgermeisterin Marlies Dornieden (CDU).

Kuno Mahnkopf 09.09.2012

Die Gemeinde Rosdorf sucht nach weißen Flecken – Flächen auf der Gemeindekarte, auf denen kein Tabu und keine Einschränkung die Nutzung von Windenergie rechtlich gefährden könnte. Eine solche Fläche zu suchen und sie als Vorranggebiet für Windräder auszuweisen, hat sich der Gemeinderat einstimmig verpflichtet.

Jürgen Gückel 27.06.2012