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Göttingen Göttingen will die Stadtbusse, Haltestellen und Takte verbessern
Die Region Göttingen Göttingen will die Stadtbusse, Haltestellen und Takte verbessern
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19:06 30.05.2019
Es soll noch besser werden: Die Stadt Göttingen strikt an einem „ehrgeizigen“ neuen Nahverkehrsplan für ihre Busangebote. Quelle: Christina Hinzmann / GT
Göttingen

Kurze Wege zur nächsten Bushaltestelle, bessere Verbindungstakte, behindertengerechte Busse: Das sind nur einige Bereiche, in denen die Göttinger Busse besser werden sollen. Dafür lässt die Stadt gerade ihren sogenannten Nahverkehrsplan überarbeiten. „Ein sehr ambitioniertes Projekt“, sagt Planungs- und Baudezernent Thomas Dienberg – auch mit Blick auf die Kosten: Will die Politik zum Beispiel die Haltetakte verdichten, müsste sie weitere 2,2 Millionen Euro jährlich zuschießen. Schon jetzt fahren die Verkehrsbetriebe (GöVB) mit einem Defizit von etwa zehn Millionen Euro.

Es ist ein umfangreiches Werk mit bindendem Charakter: Alle fünf Jahre will die Stadt ihren Nahverkehrsplan (NVP) überarbeiten. Er legt Mindestanforderungen und Qualitätsstandards für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV/Stadtbusse) fest. Die Stadt selbst und beauftragten Verkehrsunternehmen müssen sich daran halten. In den vergangenen zwei Jahren hat das Planungsbüro PTV aus Karlsruhe den NVP von 2013 unter die Lupe genommen, Lücken gefunden und Verbesserungsvorschläge entwickelt. Diese werden jetzt öffentlich in Beiräten, Ortsräten und anderen Gremien diskutiert – am Dienstag erstmals im Mobilitätsausschuss des Rates. Ein Ergebnisüberblick:

Lücken im Haltestellennetz

-> Schon im alten NVP ist festgelegt, dass möglichst jeder Göttinger tagsüber im Umfeld von 300 Metern eine bediente Bushaltestelle finden soll, im Nachtbus-Liniennetz im Umfeld von 600 Metern. Das ist zurzeit nicht überall gegeben – unter anderem durch neue Baugebiete. Lücken haben die Planer unter anderem im Nachtbus-Verkehr in der Oststadt festgestellt. Würde hier eine zusätzliche Linie eingesetzt, würde das 27 000 Euro jährlich kosten. Haltestellen-Lücken gibt es außerdem tagsüber im Bereich Albrecht-Thaer-Weg/Nohlstraße, Holtenser Berg/Holtensen, Lange Rekesweg Nord (Grone).

-> Um die Stadtbusfahrten zu beschleunigen, sollen weitere Ampeln extra für sie (frei)geschaltet werden. 62 sind bereits umgestellt, 19 sollen jetzt folgen.

-> Viele Bürger wünschen sich, dass Stadtbusse an ihrer Haltestelle häufiger stoppen – also der Fahrtakt verdichtet wird. Die Planer haben das für alle Linien durchgespielt und dabei auch möglichen Fahrgastzuwachs sowie Kosten berechnet. Ergebnis: Es ist möglich, das würde die Stadt aber zusätzlich 2,2 Millionen Euro pro Jahr kosten – aus Steuergeldern.

Barrierefreie Haltestellen erst 2027

-> Auch für die Ausstattung der Haltepunkte sind im NVP Mindeststandards wie Regenschutz, Sitzmöglichkeit und behindertengerechter Ausbau festgelegt. Laut Gesetz müssen alle Haltestellen bis 2022 barrierefrei ausbauen. Dieses „ehrgeizige Ziel“ wird Göttingen allerdings erst 2027 erreichen, räumen Planer und Verwaltung ein. Im NVP ist festgelegt, mit welcher Priorität und wie umfangreich weitere Haltepunkte Schritt für Schritt umgebaut werden.

-> Bei ihren Analysen haben die Planer problematische Stadtviertel und Haltepunkte ausgemacht, die sich nicht ohne Weiteres im Liniennetz bedienen lassen. Zum Teil gibt es hier nur wenig Fahrgäste. Für diese Bereiche schlagen sie eine Kombination aus Bus, Anruf-Sammeltaxi, Bürgerbus und Carsharing vor.

Viele Details sind im Liniennetz geregelt

Der NVP gilt für den Stadtbusverkehr, ist also auf ihn begrenzt. Das sei nach bundesweiten Erfahrungen die bessere Lösung, betonte im Ausschuss Irene Burger von der PTV- Group. Zugleich seien darüber hinausgehende Absprachen und großräumige Nahverkehrspläne sinnvoll. Der SPD-Abgeordnete Volker Grothey vermisst im aktuellen NVP eine „Vernetzung von Radverkehr und ÖPNV“. Und eine Frage zum künftigen Buskonzept im Bereich Stadthalle quittierte Dienberg mit dem Hinweis, dass der NVP ein übergeordnetes Planungsinstrument sei. Details würden über das Liniennetz geregelt.

Der Nahverkehrsplan in seiner aktuellen Form wurde bereits mit Vertretern der Ratsfraktionen, des Senioren- und Behindertenbeirates sowie den Verkehrsverbänden diskutiert. Im nächsten Schritt sind die Ortsräte an der Reihe: am 26. Juni und 2. Juli.

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Von Ulrich Schubert

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