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Göttingen Neuer Rathskeller: Locker, bodenständig und heller
Die Region Göttingen Neuer Rathskeller: Locker, bodenständig und heller
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19:28 24.09.2009
Traditions-Ambiente: Nach 26 Jahren unter Ollhoffs Regie wird der Göttinger Rathskeller vom neuen Pächter vollständig umgestaltet.
Traditions-Ambiente: Nach 26 Jahren unter Ollhoffs Regie wird der Göttinger Rathskeller vom neuen Pächter vollständig umgestaltet. Quelle: Hinzmann
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Sein Konzept für den „ganz neuen Rathskeller“ fasst er so zusammen: „das Ambiente locker und bodenständig, stilvoll und sympathisch; die Zielgruppe generationenübergreifend; die Küche deutsch, aber modern interpretiert und im breit gefächerten Preisniveau; die Scharwache – urgemütlich und untypisch auf studentische Gäste abgestimmt.“
Bis die ersten Gäste in etwa einem Jahr Platz nehmen können, „gibt es aber noch viel Arbeit“, sagt Feuerstein, „der Rathskeller wird faktisch entkernt“. Das Restaurant soll heller und offener werden – mit Eichendielen statt Steinboden und blanken Eichentischen. 14 extra angefertigte, leicht gestaltete Kronleuchter sowie versteckte Lampen sollen eine warme und wechselnde Lichtatmosphäre schaffen. Die Nord-empore bleibt erhalten, an der Wand gegenüber ist eine zweite erhöhte Ebene vorgesehen. Der Eingang wird umgestaltet und über Rampen sanft um zwei Ecken geführt. An der Rückfront ist ein neuer großer Tresen geplant – ausgerichtet auf stilvolle Biertrinker. Daneben eine Kuchen- und Kaffee-Theke.
Laut Ausschreibung muss der künftige Pächter auch die Scharwache in sein Konzept einbeziehen – ein kleinerere Raum mit zweitem Außenzugang an der Westseite. Konzept und Gestaltung hierfür will Feuerstein noch nicht verraten, nur so viel: Es wird eine deutsche Tapas-Bar, urgemütlich und ein wenig im Kneipenstil. Auch technisch solle der Rathskeller aufgemöbelt werden: Die Küche wird vollkommen erneuert. An der Terrassen-Front ist von der Stadt ein Fahrstuhl geplant, ob er auch in den Ratssaal und Tourismusbereich über dem Restaurant fahren wird, ist noch offen.
Außen wird das Mülllager an der Rückseite „verschwinden, da haben wir bessere Lösungen“, sagt Feuerstein. Die Terrasse wird von Pflanzkübeln umgrenzt, die aufgelockerter positioniert werden. Und an der Nordflanke ist ein Lounge-Bereich geplant, „da kann man den Kuchenteller auch mal im Sessel sitzend aufs Knie stellen“.

1,2 Millionen Euro

Bis 1,2 Millionen Euro will das Freizeit In für Küche und Restaurant-Einrichtung investieren. Die Stadt ist für neue Sanitär- und Versorgungstechnik zuständig. Offen ist noch, wie der Rathskeller künftig heißen wird – „sicher anders, aber die Namensfindung ist noch nicht abgeschlossen“. Vorbilder für das Konzept haben Feuerstein und seine Partner in ehemaligen Ratskellern in Städten wie Braunschweig, München und Hamburg gefunden. In der neue Sparte sieht der Hotelier „auch eine strategische Ergänzung“ zum Hotelbetrieb am Stadtrand. Wenn dort im Sommer das Geschäft ruhiger sei, könne der Rathskeller dies „Schultern“. Mit ins neue Boot steigt die Einbecker Brauerei GmbH. Sie will vom Rathskeller aus ihre neue „Marke Göttingen“ in der Stadt etablieren – und damit an eine lange Tradition anschließen. Denn 1998 hatten die Einbecker die zuvor gekaufte Brauerei Göttingen geschlossen. Der neue Rathskeller soll „die gute Stube für die künftige Marke erden“, sagt Vorstandsmitglied Bernhard A. Gödde.

Historie und Daten

Der Rathskeller befindet sich im Gewölbekeller des ab 1270 erbauten Alten Rathauses. Er gilt als Traditionsgaststätte. In früheren Jahren fand dort der „Bullerjahn“ statt, ein feucht-fröhliches Treffen von Studenten, auf denen ein gleichnamiges populäres Lied gesungen wurde. Die Scharwache mit zusätzlichem Eingang war früher der Bierkeller. Seit 1984 wurde der Rathskeller von der Pächterfamilie Ollhoff geführt. Daten zum Rathskeller: : 223 m² Gastraum mit 50 m² großer Empore und abtrennbaren Räumen auf etwa 109 m²; Scharwache 80 m²; Nebenräume an der Westseite etwa 300 m² ; Außenterrasse 200 m².

Von Ulrich Schubert