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Göttingen Göttinger SPD-Stadtverband hat einen neuen Vorstand
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00:29 29.06.2019
In mehreren Wahlgängen ist der neue Vorstand des Stadtverbandes gewählt worden. Die Delegierten hatten sich dazu in den Räumen des SC Hainberg getroffen.
In mehreren Wahlgängen ist der neue Vorstand des Stadtverbandes gewählt worden. Die Delegierten hatten sich dazu in den Räumen des SC Hainberg getroffen. Quelle: Meinhard
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Göttingen

Der Stadtverband der SPD Göttingen hat einen neuen Vorstand. Die Wahl erfolgte am 25. Juni während der Jahreshauptversammlung, Tagungsort waren die Räume des SC Hainberg. Zur neuen Vorsitzenden wählten die 75 Delegierten aus den zehn Ortsvereinen Insa Wiethaup. Auf der Tagesordnung standen zudem der Bericht des bisherigen Stadtverbandsvorsitzenden Christoph Lehmann sowie ein ergänzender Bericht der Finanzbeauftragten.

„Eine große Last fällt heute von meinen Schultern. Die Last dieses Amtes.“ Mit diesen Worten schied Lehmann aus einer Position, für die er nicht mehr bereitstehen wollte. Der 70-Jährige war im September 2014 erstmals zum Vorsitzenden des Stadtverbandes gewählt worden. Auf die parteiinternen Strukturen und den Stellenwert eines Stadtverbandes darin eingehend, bedauerte er in seinem Redebeitrag rückblickend, dass es nicht gelungen sei, eine Reform der Ortsvereinsstrukturen in Göttingen zu vereinbaren.

„Ein Sieg deutscher Kleinstaaterei“

Damit sei eine dringend notwendige Diskussion über die zukunftsfähige Struktur der Ortsvereine zerstört worden. „Gesiegt hat die deutsche Kleinstaaterei“, hielt Lehmann fest. Er ging weiterhin auf die Europa-Wahl am 26. Mai ein, als die SPD auch in Göttingen deutliche Verluste hinnehmen musste. Das sei kein Gottesurteil gewesen, sondern „Zeugnis unserer Arbeit. Das heißt: kein gutes Zeugnis.“ Er schloss mit dem Satz, dass der Kampf um den demokratischen Sozialismus nicht mit Anpassung zu gewinnen sei. „Lassen wir uns nicht entmutigen“, rief er in die Runde.

Ein Dankeschön für die geleistete Arbeit in den vergangenen fünf Jahren erhielt Lehmann von Klaus Wettig. Ohne die Kontinuität, für die Lehmann stehe, hätte die SPD nicht die Wahlen für das Amt des Oberbürgermeisters und des Landrates gewonnen. Mit Blick auf die gesamte deutsche Sozialdemokratie fügte er hinzu: „Wir sind personell ausgeblutet. Wir haben keine programmatische Klarheit. Wären jetzt Wahlen, würden wir alles verlieren.“ Beifall bekam Wettig für seine Forderung: „Ich erwarte, dass hier auch unsere Abgeordneten sind.“ Sein Appell: „Lasst uns sorgsam umgehen mit dem Vorstand, den wir heute wählen.“

58 Delegierte stimmen für Insa Wiethaup

Insa Wiethaup ist die neue Vorsitzende des SPD-Stadtverbandes Göttingen. Quelle: JanVetter.com

Für den Vorsitz kandidierte Insa Wiethaup ohne Gegenkandidaten. Die gebürtige Ostfriesin, Jahrgang 1978, hat in Göttingen Sozialwissenschaften studiert, war hier Juso-Vorsitzende, auch Betriebsrätin, arbeitete in verschiedenen Funktionen im Stadtvorstand. Sie ist 2016 in die SPD-Ratsfraktion gewählt worden. „Ich stehe, glaube ich, für Dinge, die heute wichtig sind für die SPD, nämlich dass wir bodenständig sind und nicht arrogant wirken“, sagte sie. An die eigenen Leute gerichtet fügte sie hinzu: „Wir müssen uns mehr zuhören und gegenseitig stützen.“ Für Wiethaup stimmten 58 Delegierte, zwölf votierten mit nein, vier enthielten sich der Stimme.

Kaum gewählt, musste die neue Vorsitzende bereits Kritik einstecken, weil sie sich bei der Wahl ihrer beiden Stellvertreter für den 69-jährigen Cornelius Schley und damit zwangsläufig gegen den als Dritten kandidierenden, deutlich jüngeren Hendrik Buschmann ausgesprochen hatte. Das sei kein angemessenes Verhalten einer Vorsitzenden, hieß es vonseiten der Jusos. Beistand erfuhr Wiethaup an dieser Stelle vom SPD-Ratschef Tom Wedrins: „Es ist legitim, wenn eine Vorsitzende erklärt, von wem sie sich als Stellvertreter Unterstützung wünscht.“

Zum neuen Vorstand gehören elf Beisitzer

Zu den beiden stellvertretenden Vorsitzenden wählten die Delegierten mehrheitlich den einstigen Grundschullehrer Cornelius Schley sowie Elvan Tekindor-Freyjer. Die Standortleiterin in Diensten eines Bildungsträgers war als Frau bereits als Stellvertreterin gesetzt. Zur Chefin der Finanzen wurde Sylvia Binkenstein gewählt, sie setzte sich gegen den ebenfalls kandidierenden Wolfgang Kuhlemann mehrheitlich durch. Hendrik Buschmann wird den neuen Vorstand als Schriftführer komplettieren. Außerdem wird die neue Vorsitzende von elf Beisitzern unterstützt.

Von Ulrich Meinhard