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Göttingen Neues Busliniennetz: Göttinger diskutieren mit GöVB und Stadtplanern
Die Region Göttingen Neues Busliniennetz: Göttinger diskutieren mit GöVB und Stadtplanern
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20:40 30.10.2013
Von Katharina Klocke
Links die Planer, rechts das Plenum: 120 Göttinger beteiligen sich am zweiten Bürgerforum in der Festhalle Weende. Quelle: Vetter
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Weende

Die Erfahrungen aus der ersten Runde, die mit Tumult beggann, hatten die Organisatoren veranlasst, den Ablauf zu variieren. Wieder aufgeteilt in mehrere regionale Gruppen hatten die Göttinger aus allen Stadtteilen zunächst Gelegenheit, aufzuschreiben, „was ihnen auf der Seele liegt“, beschrieb Moderator Oliver Kuklinski den Einstieg.

Ein großes Thema war hier das „Abhängen“ ganzer Ortsteile von Bereichen des Stadtgebiets, vorgebracht unter anderem von Bewohnern des Ostviertels (keine Direktverbindung zum Bahnhof), der Ortsteile Elliehausen und Esebeck (schlechte Erreichbarkeit von Industriegebiet und Schulen), Geismar (keine Fahrten aus dem Altdorf), Holtensen und Holtenser Berg (schlechte Erreichbarkeit des Klinikums, der Schulen und des Gewerbegebietes Lutheranger). 

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Die GöVB verteidigte viele geplante Veränderungen mit sinkenden Fahrgastzahlen: minus 20 Prozent im Altdorf Geismar, minus 15 in Geismar Süd und minus zehn in Weende Nord.

In anderen Bereichen seien hingegen Zuwächse zu verzeichnen, sagte Betriebsleiter Thomas Zimmermann: beispielsweise 140 Prozent im Bereich der Uni-Nord und 25 Prozent im Quartier der ehemaligen Zietenkaserne. In solchen Bereichen solle künftig im Liniennetz ein Viertelstundentakt erreicht werden, berichtete Verkehrsplanerin Anna Engelmann.

Schlechtere Verbindungen zu den Schulen

Trotz aller Erklärungen der Planer überwogen am Schluss die kritischen Anmerkungen der Arbeitsgruppen. Auf den Tafeln ging es etwa um schlechtere Verbindungen zu den Schulen. „Die Schüler werden um die Schulen herumgefahren“, lautete ein Eintrag. Durch die von den Planern angestrebten „direkten Linienwege“ entfallen Haltestellen, so an Calsow- und Merkelstraße, was kritisiert wurde.

Vor allem älteren Menschen in Göttingens bergigen Wohnsiedlungen werde das Busfahren erschwert. Positiv bewerteten viele Bürger die „Entzerrung der Anschlusszeiten“, was, so zuvor Engelmann, sogenannte Pulkfahrten verhindern und den Fahrgästen das Umsteigen erleichtern solle.

Auch Vorschläge machten die Bürger. Wie den, mit der Linie 33 Holtensen, Holtenser Berg und Klinikum zu verbinden und geringeren Fahrgastzahlen mit kleineren Bussen zu begegnen. Letzteres wies Zimmermann als „in der Summe unwirtschaftlich“ zurück: „Da blieben die großen Busse zwar abends im Stall, wir müssten aber zusätzliche Fahrzeuge anschaffen“.

Mehr zum Thema

In der nördlichen Weststadt regt sich massiver Protest gegen das neue Göttinger Busliniennetz der Stadt und ihrer Verkehrsbetriebe (GöVB): Auf dem Holtenser Berg läuft unter Federführung der Bethlehemgemeinde eine Unterschriftenaktion. Die Mitglieder der Hagenberg-Initiative schreiben Protestbriefe an die Stadt und melden sich in den Bürgerforen zum neuen Netzplan zu Wort.

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Nein, ihre Wut wollen sie jetzt nicht mehr im Zaum halten. Sie wollen ihrem Ärger endlich Luft machen, ihre Fragen loswerden. „So ein Zirkus“, ruft jemand und schüttelt den Kopf, manche der mehr als 100 Besucher springen erregt auf – und der Moderator hat Mühe, Ruhe in die Runde zu bringen.

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