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Göttingen Neues Geläut für Göttinger St. Albani-Kirche
Die Region Göttingen Neues Geläut für Göttinger St. Albani-Kirche
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15:32 28.05.2017
Quelle: Heller
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Göttingen

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Seit 2013 hatte die Gemeinde gesammelt, um das neue Geläut zu finanzieren, das 300 000 Euro kostet. Dabei werden drei alte Glocken durch vier neue Bronzeglocken ersetzt. Ende März/Anfang April wurden die vier neuen Glocken, die zusammen etwa die Hälfte der gesammelten Summe kosten, im nordrhein-westfälischen Gescher gegossen. Die größte Glocke wiegt etwa 3700 Kilo, die kleinste 1000 Kilo. Rund 150000 Euro sind für die Einbauarbeiten und das Läutewerk vorgesehen. kah/ bar

„Jetzt kommen sie ...“ Die Vorfreude unter den 40 bis 50 Gemeindemitgliedern und Besuchern in wenigen Momenten die neu gegossenen Glocken der Kirche zu sehen und zu hören, war spürbar groß. Eine halbe Minute ist das Geläut auch ganz groß im Bild. Zwei der Glocken des in einem riesigen Holzgestell hängenden Bronze-Quartetts werden mit kräftigem Zug von Hand geläutet.

„Mit Glockenklang grüßen wir Sie an diesem strahlenden Sonntagmorgen von den Elbwiesen ...“, sagte die Fernsehkommentatorin zu Beginn der Übertragung des Festgottesdienstes in Wittenberg, der Partnerstadt Göttingens. Allerdings ist kein Glockenklang zu hören. Denn, obwohl die Glocken in Großaufnahme zu sehen sind – zu hören ist leider nichts. Den Gesichtern einiger Gottesdienstbesucher in der Albani-Kirche istEnttäuschung abzulesen.

„Eine riesige Festgemeinde ist aus allen Richtungen nach Wittenberg geströmt und feiert gemeinsam Abendmahl auf den Elbwiesen. Wir werden heute Mittag live dabei sein und uns inspirieren lassen. Verbunden mit einer weltweiten Gemeinschaft von Christinnen und Christen“, begrüßte Diakon Wolfgang Ziehe die Gäste in St. Albani.

90 Minuten wurde die Übertragung des Fernseh-Festgottesdienstes zum Ende der Deutschen Kirchentage und zum Beginn des Reformationssommers auf einer großen Leinwand in St. Albani gezeigt. Unter den vielen Tausenden Besuchern auf den Elbwiesen waren auch etwa 30 bis 50 Kirchengemeindemitglieder aus Göttingen dabei.

Immer wenn die Gottesdienstmusiker und -besucher vor der Silhouette Wittenbergs ein Lied anstimmten, wurde auch in der Kirche neben der Stadthalle mitgesungen. Und nachdem Erzbischof Thago Makgoba aus Südafrika in seiner Predigt die Reformation als „inspirierendes GPS-System für die nächsten 500 Jahre“ bezeichnet hatte, wurde Abendmahl gefeiert.

Zeitgleich in Wittenberg und in Göttingen. „Damit waren wir nicht nur passiv dabei, sondern auch aktiv. Und das ist ganz wichtig“, sagte Diekon Ziehe anschließend.

Die neuen Glocken werden Ende Oktober geweiht und am Reformationstag, 31. Oktober, zum ersten Mal in der Albani-Kirche erklingen.

Von Karola Hoffmann