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Göttingen Neues Kinderhospiz in Göttingen könnte schon im nächsten Jahr in Betrieb gehen
Die Region Göttingen Neues Kinderhospiz in Göttingen könnte schon im nächsten Jahr in Betrieb gehen
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13:31 14.06.2019
Ein Kinderhospiz für Göttingen: Diskussion mit Markus Röbl, Ute Andres, Nicole Zimmer, Wolfgang Schwarze und Tilmann Sachsse (v. l.). Quelle: Brakemeier
Göttingen

Wenn alles so verläuft, wie es sich die Intiatoren vorstellen, kann das geplante Kinder- und Jugendhospiz bereits Ende des kommenden Jahres den Betrieb aufnehmen. Bei einer Diskussionsveranstaltung am Donnerstagabend haben Vertreter des im Dezember gegründeten Fördervereins „Kinder- und Jugendhospiz Sternenlichter“ und des künftigen Betreibers, die Schwesternschaft Georgia Augusta des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), ihre Pläne vorgestellt.

Oberin Nicole Zimmer von der DRK-Schwesternschaft Georgia Augusta. Quelle: Brakemeier

„Unsere Vision ist sehr groß“, sagte Oberin Nicole Zimmer, Leiterin der DRK-Schwesternschaft. „Wir wollen einen schönen Ort schaffen.“ Das Kinder- und Jugendhospiz soll sich an Kinder mit einer lebensverkürzenden Krankheit und ihre Eltern, Geschwister und Angehörige richten. So führe nicht nur die tödliche Krankheit, sondern auch die Pflege des Kindes innerhalb der Familien zu „enormen Anspannungen“, unter der die Beziehung, die berufliche Karriere und besonders die Geschwister litten, schildert Zimmer. So wende sich das Hospiz an die ganze Familie und will Erholung und „eine Pause zum Aufatmen“ bieten – bei gleichzeitiger professioneller Hilfe und Therapie für das Kind, erklärt Zimmer. Für die pflegenden Eltern soll es Unterstützung und Beratung geben. „Natürlich geht es um die kranken Kinder, aber genauso soll das Hospiz ein Ort für die Eltern sein und natürlich die Geschwisterkinder“, so Zimmer. „Es ist ein Ort zum Leben, nicht nur zum Sterben.“

Baubeginn noch in diesem Jahr?

Inzwischen haben Verein die Schwesternschaft als Bauträgerin ein Grundstück für den Bau des Hospizes innerhalb des Stadtgebietes „in Aussicht“, sagte Zimmer, die auch zweite Vorsitzende des Fördervereins ist. Der Verein plant einen Neubau, dieser sei besser an die Bedürfnisse eines Hospizes anzupassen als ein Altbau. Es habe bereits mehrere Ortsbegehungen und Gespräche mit dem Besitzer gegeben: „Wir hoffen, dass wir noch in diesem Jahr anfangen können zu bauen.“

Inzwischen hat das Vorhaben auch die Unterstützung der Krankenkassen, wie der Palliativmediziner und Unternehmensberater für Hospizgründungen Dr. Wolfgang Schwarz berichtete. Die entsprechenden Gespräche seien positiv verlaufen. 95 Prozent der Betriebskosten für das Hospiz steuern die Krankenkassen bei. Fünf Prozent müssen durch Spenden gedeckt werden.

180 bis 200 betroffene Familien im Umland

Schwesternschaft und Förderverein hatten zuvor von Schwarz eine Bedarfsanalyse für den Standort Göttingen erstellen lassen. In dem untersuchten Raum in einem Umkreis von 200 Kilometern um Göttingen gebe 180 bis 200 Familien, die einen stationären Hospizaufenthalt benötigten, sagte Schwarz. Das nächst gelegene Kinderhospiz befindet sich rund 100 Kilometer entfernt in Thüringen. In Niedersachsen bestehen nur in Syke und Wilhelmshaven solche Einrichtungen. Nach Auskunft der Schwesternschaft gibt es in Deutschland derzeit 15 Kinderhospize mit 126 Plätzen.

Zehn Plätze soll das Hospiz künftig bieten. Schwarz schätzt den Personalbedarf auf 20 feste Vollzeitstellen. Er schätzt die laufenden Kosten für den Betrieb des Hospizes auf jährlich 1,2 Millionen Euro.

Hospiz als Erinnerungsort

Dr. Markus Röbl, Kinderpalliativmediziner an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), schätzt die Zahl der in Deutschland an einer „lebensverkürzenden Krankheit“ erkrankten Kinder auf rund 22500. Andere Schätzungen gehen von bis zu 40000 Kindern aus. Zu den Krankheiten gehörten außer Krebs, schwere Immundefekte, Stoffwechselkrankheiten, Hirnfehlbildungen, Schädigungen des Nervensystems und Traumafolgen. Jährlich würden 1500 bis 2000 Kinder an diesen Krankheiten sterben – allein 500 an Krebs.

Für Tilmann Sachsse, Göttinger Kinderarzt und Vorstandsmitglied im Förderverein, liegt der Nutzen eines Hospizes nicht nur in der Therapie für die jungen Patienten und die Entlastungen für die Familien. Das Hospiz kann auch ein Ort sein, in dem Netzwerke geknüpft werden könnten. „Viele Familien fühlen sich mit ihrer Situation oft isoliert.“ Darüber hinaus kann so ein Hospiz nach dem Tod des Kindes auch zu einem Erinnerungsort für die Familie werden.

Der Förderverein ist derzeit über das Vorstandsmitglied Jürgen Hollstein per E-Mail an hollstein@quattek.de zu erreichen.

Von Michael Brakemeier (mit epd)

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