Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Göttingen Neues Pflegekonzept
Die Region Göttingen Neues Pflegekonzept
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:05 04.01.2011
Von Andreas Fuhrmann
Derzeit sind drei Plätze frei: die Göttinger Alten-WG.
Derzeit sind drei Plätze frei: die Göttinger Alten-WG. Quelle: EF
Anzeige

Um die Lebensqualität der bis zu elf Bewohner zu erhöhen und für mehr Sicherheit zu sorgen, hat die Freie Altenarbeit als Trägerverein jetzt in Zusammenarbeit mit der Eva-Meurer-Stiftung ein neues Pflegekonzept für die Alten-WG erarbeitet. Neben verschiedenen Initiativen waren auch die Bewohnerinnen selbst daran beteiligt.

Eine von ihnen ist Charlotte Lierse. Sie wohnt gerne in dem alten Jugendstilhaus am Goldgraben, auch wenn es mit dem Leben in ihrer früheren, viel größeren Wohnung nicht vergleichbar sei. Alle Bewohnerinnen seien „mehr oder weniger gebrechlich und tüdelig“, sie eingeschlossen, sagt Lierse, es könne jederzeit „jedem von uns was passieren“ – sie selbst stürze zum Beispiel oft. Bei solchen oder ähnlichen Risiken müsse man auch in einer WG Hilfen organisieren – und dabei wiederum helfe das neue Pflegekonzept. Auch die psychische Komponente des Älterwerdens werde darin berücksichtigt. „Was macht das Alter mit der Seele, dem Herz, dem Zusammenleben?“ – diesen Fragen müsse man sich stellen, so Lierse. „Wie ist das zum Beispiel, wenn die Freunde wegsterben? Ich könnte bald mein Telefon abmelden, das ist gar nicht so nett.“

Anlass für die Erarbeitung des neuen Konzeptes sei vor allem der Wunsch gewesen, die WG-Bewohner „länger hier zu behalten, als es bisher möglich war“, erklärt Regina Meyer von der Freien Altenarbeit. Dazu müsse das vorhandene Netz noch enger gemacht werden. Noch mehr Barrierefreiheit müsse im Haus geschaffen, das innere Netz der Hausgemeinschaft verstärkt werden. Dabei dürfe man die Bewohner aber nicht überfordern. Gegenseitige Hilfe sei wichtig, gegenseitige Pflege aber tabu, dafür sei der Pflegedienst da. Vielmehr gehe es um Fortbildungen in Sachen Demenz oder Sterbebegleitung. Nicht zuletzt müssten auch Fragen zum Tod offen gestellt werden können.

Derzeit sind in der Alten-WG drei Plätze frei. Infos unter Telefon 05 51 / 4 36 06.