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Göttingen Kanzel und Lesepult in hellem Ahornholz
Die Region Göttingen Kanzel und Lesepult in hellem Ahornholz
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00:19 28.01.2018
Letzte Ausrichtung an der Kanzel mit dem Künstler Markus Zink (r.).
Letzte Ausrichtung an der Kanzel mit dem Künstler Markus Zink (r.). Quelle: Christina Hinzmann
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Göttingen

Aus hellem, massiven Ahornholz sind die neuen Prinzipalien gefertigt, die Hauptstücke des Altarraums. „So heben sie sich vom dunklen Eichenholz der Chorraum-Bänke und der Orgel ab“, erläutert Zink. Das helle Holz passe zu den Gelbtönen der Kirchenfenster, zum abgetönten Weiß der Wände und dem durchscheinenden, erdfarbenen Rot der Gewölberippen des im Jahr 2014 renovierten Altarraums.

Brücke

Auf Pult und Kanzel ist ein „T“ zu erkennen. „Es steht für den griechischen Buchstaben Tau, ein Symbol für das Kreuz“, erläutert Pastor Gerhard Schridde. So verringere sich die Zahl der Kreuze, die sich sonst im Altarraum häufen würden. Wie eine Brücke ragt die neue Kanzel ins Kirchenschiff hinein. „Als Ort der Verkündigung bildet sie die Verbindung zwischen Gemeinde und Altarraum“, erläutert der Pastor.

Taufschale

Noch in einer großen Kiste verpackt steht an der Seite der Altar. „Er wird deutlich als Tisch zu erkennen sein“, kündigt Schridde an. Er wirke einladend auf die Gemeinde, die sich dort beim Abendmahl versammeln werde. Eine Taufschale lasse sich bei Bedarf auf dem Altar anbringen. Zum Altar gehörten zudem Antependien, spezielle Tücher in den Farben des Kirchenjahres. Sie trügen Bibelverse. Zinks Frau, Agnes Gensichen, habe sie angefertigt.

Installation aus Metallstelen

„Hinter dem Altar zwischen den beiden himmelwärts strebenden Säulen der gotischen Hallenkirche werde ich eine Installation aus Metallstelen errichten“, kündigt Künstler Zink an. Die in einem Gelbton gehaltenen Stangen bildeten ein Tor aus Lichtstrahlen, das vier Meter hoch zum Kirchenfenster hinauf rage. Es stelle die Verbindung zur dort dargestellten Kreuzigungsszene her.

Altar lässt sich zur Seite schieben

„So stehen Pult, Kanzel und Altar jeweils für sich und bilden doch zusammen eine Einheit“, hebt der Pastor hervor. Das habe die Jury, welche die drei eingereichten Künstlerentwürfe Anfang 2015 sichtete, überzeugt. Alle Prinzipalien, die zusammen rund 75000 Euro gekostet hätten, ließen sich bewegen. So könnten sie zur Seite geräumt werden, wenn ein Konzert stattfinde und Platz für die Künstler geschaffen werden müsse.

Sanierung des Kirchenschiffs

Auch während der mehr als drei Millionen Euro teuren Sanierung des Kirchenschiffes, die im Sommer beginnen und wahrscheinlich 18 Monate dauern wird, erhalten die Prinzipalien einen anderen Standort. Dann werden nämlich die Gottesdienste im – mit einer großen Leinwand zum Kirchenschiff abgetrennten – Altarraum stattfinden. „Dort ist Platz für 100 Stühle“, berichtet Küster Detlef Radtke. Zu Abendmahlgottesdiensten kämen im Schnitt 80 Gläubige. Der Raum lasse sich dann über zwei Türen betreten, die derzeit als Fluchttüren dienten.

Diplomarbeit

Der studierte Holzkünstler Zink kam über seine Diplomarbeit zur Kirchenkunst. In der 1998 erstellten Arbeit, die er gemeinsam mit seiner Ehefrau, einer studierten Textilkünstlerin, verfasste, ging es um die Gestaltung des Sakralraums in einer damals in Sachsen neu gebauten Kirche. „Heute sind wir mit unserer Firma bis nach Kiel und Düsseldorf tätig“, sagt Zink. In Baden-Württemberg und Bayern hätten sie dagegen bisher noch nicht gearbeitet.

Der Festgottesdienst mit Landessuperintendent Eckhard Gorka, bei dem die Prinzipalien offiziell in Gebrauch genommen werden, ist am Sonntag, 11. Februar, um 11 Uhr.

Von Michael Caspar

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