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Göttingen Neuordnung der Göttinger Theaterlandschaft: Gutachter empfiehlt Kooperationsverträge
Die Region Göttingen Neuordnung der Göttinger Theaterlandschaft: Gutachter empfiehlt Kooperationsverträge
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18:44 19.06.2013
Von Peter Krüger-Lenz
Das größte Schauspielhaus in der Region: das Deutsche Theater.
Das größte Schauspielhaus in der Region: das Deutsche Theater. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

So sieht es eine Verwaltungsvorlage aus dem Dezember 2012 vor. Im Kulturausschuss am heutigen Donnerstag, 20. Juni, gibt die Verwaltung einen Sachstandsbericht zur Neuordnung der Göttinger Theaterlandschaft.

Gutachten vom August 2012

In einem von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten vom August 2012, das dem Tageblatt vorliegt, spielt Joachim Benclowitz vom Deutschen Bühnenverein verschiedene Modelle durch. Die Verwaltung favorisiert bislang das Mutter-Tochter-Gesellschaftsmodell, bei dem das DT die Gesellschaftsanteile des JT übernehmen würde. Beide Gesellschaften würden in ihrer Rechtsform weiter bestehen. Der Vorteil dieser Lösung: Die Umwandlung ließe sich ohne großen Aufwand vollziehen, meint Benclowitz. Auch behielte das JT seine künstlerische Eigenständigkeit.

Finanzielle Auswirkungen, Einsparungen also, sieht Benclowitz in diesem Fall kaum. Und: Die Verantwortung für das JT liege dann beim DT. Zudem befürchtet Benclowitz, dass das Land Niedersachsen bei diesem Modell eine Finanzierung für das DT einstellen könnte.

Problematische Varianten

Weder eine Übernahme des JT durch das DT noch die Teilfusion einzelner Aufgabenbereiche empfiehlt Benclowitz. Beide Varianten schätzt er als problematisch ein. Und die Gründung einer Theaterholding, die administrative Aufgaben für beide Theater tragen würde, hält Benclowitz für kaum kostenreduzierend.

Benclowitz favorisiert schließlich eine Zusammenarbeit über Kooperationsverträge. Dies könne die Qualität steigern, weil beide Häuser auf eine größeren Pool zurückgreifen könnten. Synergien führten hier auch zu Einsparungen. Benclowitz’ abschließende Einschätzung: „Im Vergleich zu anderen Modellen vermag dies den größtmöglichen Effekt im Verhältnis zum (finanziellen) Aufwand erzielen.“

Neuordung der Theaterlandschaft

Die Neuordnung der Göttinger Theaterlandschaft sollte übrigens bereits mit Beginn der Spielzeit 2013/14 abgeschlossen sein. Jetzt allerdings ist dies um ein Jahr verschoben. In dieser Zeit leitet der bisherige Dramaturg Udo Eidinger das JT gemeinsam mit Eva-Maria Baumeister. Eidinger sieht die Theater nach Gesprächen mit dem designierten DT-Intendanten Erich Sidler auf einem guten Weg.

Der Kulturausschuss tagt am Donnerstag, 20. Juni, um 16.30 Uhr in der Musa, Hagenweg 2a.