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Göttingen Nierenversagen in Massen
Die Region Göttingen Nierenversagen in Massen
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06:00 19.01.2018
Zuckerrohranbau in Nicaragua. Quelle: dpa
Göttingen/La Paz Centro

Betroffen sind vor allem zuvor vollkommen gesund erscheinende junge Männer, die als Arbeiter auf den Zuckerrohrfeldern der Region beschäftigt sind. Allein im Jahr 2016 seien bei La Paz Centro um die 100 Feldarbeiter daran gestorben, erklärt der Nicaragua-Verein. La Paz Centro nehme mittlerweile in der Statistik der Toten und Kranken mit Niereninsuffizienz landesweit den zweiten Platz ein. Der Verein wirbt derzeit um Spenden für die Anschaffung eines Busses, mit dem die Patienten zur Dialyse gefahren werden können.

Dreimal wöchentlich, erklärt Vereinschefin Leineweber, müssten sich die betroffenen Menschen einer jeweils vierstündigen Dialyse unterziehen. Und dennoch: „Fast täglich gibt es hier mittlerweile Beerdigungen.“

Wissenschaftlich ist die Ursache des massiven Auftretens von Niereninsuffizienz immer noch nicht restlos geklärt. Leineweber macht dafür den ausufernden Einsatz von Pestiziden auf den Zuckerrohrfeldern verantwortlich. Die Forschung ist sich bislang nicht einig, ob schwere körperliche Arbeit, Hitze und Flüssigkeitsmangel, genetische Einflüsse, Schwermetalle, verunreinigtes Wasser oder eben die Pestizide das Nierenversagen auslösen. Unstrittig ist, dass die Arbeitsbedingungen problematisch sind und dass es eine statistische Korrelation zwischen dem Faktor Zuckerrohr-Feldarbeit und dem Auftreten der Krankheit gibt.

Die Boston University aus den USA erklärt, dass es keine Hinweise darauf gibt, dass die Arbeitsbedingungen oder der Einsatz von Chemikalien auf den Plantagen als Ursache der epidemisch auftretenden chronischen Niereninsuffizienz gelten können. Allerdings stellt die Universität fest, dass Hitzestress aufgrund der Arbeit bei hohen Temperaturen „wahrscheinlich eine Rolle spielt“. In Nicaragua schneiden die Arbeiter das Zuckerrohr oft zwölf Stunden täglich in sengender Sonne bei Temperaturen von bis zu 40 Grad. Zu trinken gibt es oft nur wenig, was die Nieren ebenfalls stark belastet.

Bei der Informationsveranstaltung am 13. Februar im Holbornschen Haus, Rote Straße 34, soll eine wissenschaftliche Studie von Carlos Orantes, Nephrologe aus El Salvador, vorgestellt werden. Außerdem kommen der Neuropathologe Prof. Roland Nau und der Wissenschaftler Prof. Manfred Engelbert zu Wort.

Zu Beginn des Info-Abends um 19 Uhr gibt Gerd Nier von der Linken-Ratsfraktion als Mitveranstalter eine Einführung ins Thema. Es folgt ein Übersichtsreferat des Vereins Medico International. Nach der Vorstellung der Orantes-Studie ist eine allgemeine Diskussion vorgesehen.

Von Matthias Heinzel

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