Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Nichts geht mehr: Baumfällungen im Stadtgebiet Göttingen
Die Region Göttingen

Nichts geht mehr: Baumfällungen im Stadtgebiet Göttingen

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:00 07.11.2020
Borkenkäfer bewegen sich in einem Gangsystem unterhalb der Rinde. Quelle: dpa
Anzeige
Göttingen

Auf öffentlichen Flächen müssen 77 Laubbäume und auf dem Stadtfriedhof 120 Fichten und andere Nadelgehölze gefällt werden. Dieses Ergebnis der Baumschau teilte die Stadtverwaltung Göttingen mit. Als Ausgleich für den Verlust würden Laubbäume in gleicher Anzahl im Stadtgebiet nachgepflanzt – nach Möglichkeit in Nähe der vorangegangenen Baumfällung.

Rund 49 000 im Baumkataster erfasste Bäume wachsen im Stadtgebiet, so die Pressestelle der Verwaltung. Die wesentlichen Gründe für die Fällung von 197 Gewächsen seien wie im Vorjahr Trockenschäden bis zum Absterben einzelner Exemplare und nachfolgender Befall durch Borkenkäfer und Pilze mit in Folge erhöhter Bruch- beziehungsweise Umsturzgefahr. Die deutlichsten Schäden seien in diesem Jahr bei Birken festgestellt worden.

Anzeige

Fachbereichs-Mitarbeiter inspizieren mit Umweltschützern

Die Überprüfung von zu fällenden Bäumen ab einem Stammdurchmesser von etwa 30 Zentimetern liege in der Verantwortung des städtischen Fachbereichs Stadtgrün und Umwelt, dessen Mitarbeiter in jedem Jahr zusammen mit dem Arbeitskreis Baumschutz der Kreisgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) Göttingen diese Inspektion übernehmen würden, heißt es in der Mitteilung. Das Ergebnis der Baumschau werde dem Ausschuss für Umwelt-, Klimaschutz und Mobilität am 12. November vorgestellt.

GT/ET-Update – Der Newsletter

Die wichtigsten Nachrichten aus Göttingen, dem Eichsfeld und darüber hinaus täglich um 17 Uhr in Ihrem E-Mail-Postfach.

Als besonderer Service, so die Pressestelle, seien die Standorte der zu fällenden Laubbäume auch für mobile Endgeräte in den Internet-Stadtplan integriert worden. Zu sehen seien neben einem Foto des Baumes alle Angaben zu Baumart, Stammdurchmesser, Standort und zum Schadensbefund.

Überprüfungen durch zertifizierte Baumkontrolleure

Die Kontrollen der im Baumkataster erfassten Bäumen auf städtischen Grün- und Freianlagen, an Gewässern sowie bei Straßenbäumen erfolgten ganzjährig durch zertifizierte Baumkontrolleure. Sollte die erste, visuelle Kontrolle keine eindeutige Beurteilung zulassen, würden die Bäume von fachkundigem Personal nachkontrolliert, so die Pressestelle. Unter der Leitung des städtischen Fachdienstes Grünflächen würde dann über Schnittmaßnahmen, den Einbau von Kronensicherungssystemen und über Fällungen gesprochen.

Sofern die eigenen Kenntnisse oder die verfügbaren Untersuchungsgeräte keine abschließende Diagnose erlaubten, werde bei einer dritten Prüfstufe ein öffentlich bestellter Sachverständiger eingeschaltet. Nach Abschluss dieses Verfahrens würden die beabsichtigten Fällungen dem BUND-Arbeitskreis Baumschutz vorgestellt, heißt es weiter. Dann werde ein weiteres Mal die Notwendigkeit einer Baumfällung im Einzelfall diskutiert.

Von Stefan Kirchhoff