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Göttingen Qualifizierte Beratung unerlässlich
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15:18 23.06.2018
Chance oder Belastung: Diskussion mit der niedersächsischen Sozialministerin Carola Reimann (SPD) über die Demenzvorhersage. Foto: Swen Pförtner Quelle: Swen Pförtner
Göttingen

24 Vertreter aus Beratungsstellen, medizinisch-ethischen Fachbereichen der Hochschulen, Krankenkassen, Religionsgemeinschaften, Krankenhäusern und Wirtschaft hatten zuvor in einer Konferenz anderthalb Tage zum Thema diskutiert. Sehr gern habe sie die Einladung zu diesem Gespräch angenommen, sagte Sozialministerin Reimann. So eine Konferenz bringe alle an einen Tisch und nehme die verschiedenen Perspektiven auf. Das sei eine wichtige Arbeit, die viel Zeit erfordere, aber nicht sofort Ergebnisse bringe.

Diese Tests haben eine Konsequenz, es gebe aber keine Therapie, brachte Sozialministerin Reimann ein Problem auf den Punkt. Denn eine Heilung der Demenz gibt es nach wie vor nicht. Tests mit Biomarker-Untersuchungen führen aber bei Betroffenen und Angehörigen zu Erwartungen und zu Ängsten. Ein solcher Test müsse eine Freiwilligkeit haben, so Reimann. Beratung im Vorfeld werde sicher ein zentraler Punkt sein. Das Land Niedersachsen könne da beispielsweise zusätzliche Beratungsangebote mit auf den Weg bringen. Und deren Qualität und Verfahren sicherzustellen könne eine Aufgabe des Gesetzgebers sein.

Hohe psychische Belastung

Die Konferenz und die Gesprächsrunde gehören zu dem Projekt „Entscheidungskonflikt prädiktive Demenz-Diagnostik“ (Prä-Diadem), dass das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert. Projektbeteiligte und Veranstalter der Konferenz sind das Institut für Ethik und Geschichte der Medizin der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und das IEGUS – Institut für europäische Gesundheits- und Sozialwirtschaft, Berlin.

Umfragen, die die Forscher bislang gemacht haben, zeigen das rund 50 Prozent der Befragten einen solchen Test machen würden. Auf die Frage nach Konsequenzen bei einem positiven Ergebnis gaben über Hälfte eine verbesserte Vorsorge und veränderte Lebensplanung an. Nahezu eben so viele befürchteten eine hohe psychische Belastung.

Grad der Unsicherheit viel zu hoch

Ein zentrales Anliegen der Konferenzteilnehmer: Entschleunigung und die Notwendigkeit einer neuen gesellschaftlichen Debatte. Die neue Technik werde sich verbreiten, so Co-Projektleiterin Prof. Silke Schicktanz vom Institut für Ethik und Geschichte der Medizin der UMG. Es gebe aber auch ein Recht auf Nichtwissen. Und jeder, der so einen Test machen wolle, solle sich ausreichend Zeit nehmen, darüber nachzudenken, warum er das will.

Sozialministerin Carola Reimann (SPD): Beratung vor einem Risikotest ist wichtig. Quelle: Swen Pförtner

Der Grad der Unsicherheit sei viel zu hoch, um diese Verfahren einem Patienten zu empfehlen, sagte der Berliner Gerontopsychiater Prof. Hans Gutzmann. Die Tests sagen ein Risiko für eine zukünftige Erkrankung voraus, das sei keine sichere Aussage, so Schicktanz. Gutzmann sprach von einer Vorverlagerung der Sorge der Patienten. Bei guter Beratung könne der Test für viele aber doch positiv sein, sagte Reimann. Betroffene könnten dann besser auf den Ausbruch der Krankheit vorbereitet sein. Denn oft müssten nach ihrer Erfahrung bei der Diagnose Demenz in einer Situation echter Überforderung wichtig Entscheidungen getroffen werden.

Lebensführung ändern

Ein Arzt aus der Zuhörerschaft wies daraufhin, dass Menschen auch den Spielraum nutzen wollen, der ihnen durch eine Risikoeinschätzung gegeben werde. Etwa die Lebensführung zu ändern und gesünder zu leben.

Einig waren sich alle, dass diese Test mit einer qualitativ hochwertigen Beratung einhergehen müssen: Multiprofessionell, aber sozusagen in einer Hand, über einen längeren Zeitraum, waren dabei Stichworte.

Von Christiane Böhm

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