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Göttingen Nikolaistraße: Jochbein gebrochen
Die Region Göttingen Nikolaistraße: Jochbein gebrochen
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20:17 08.07.2011
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Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte „unvermittelt und ohne Grund“ zuschlug. Die Erklärung des Malergehilfen, er habe sich nur gewehrt, entkräftete ausgerechnet der eigene Kumpel. Eine vorangegangene verbale Auseinandersetzung habe zwar stattgefunden, allerdings eine halbe Stunde bevor der Angeklagte zuschlug.

Auch eine Provokation des Opfers ließ sich nicht beweisen. Die Behauptung, das Opfer habe ihn in der Szenekneipe, in der sich auch Homosexuelle treffen, zum Oralsex aufgefordert, bewertete die Staatsanwaltschaft als unglaubwürdig. Der Angeklagte ist seit einer schweren Mittelohrentzündung im Kindesalter hörbehindert. Dem Verlauf der Verhandlung konnte er nur mühsam folgen. Dass er dann in einer Diskothek mit lauter Musik mitbekommen haben will, wie das Opfer ihn „sexuell anrüchig kontaktiert“ habe, sei unglaubwürdig.

Das Opfer leidet nach eigener Auskunft seit der Attacke unter einer „sozialen Phobie“. Die Vernehmung musste unterbrochen werden, weil der 29-Jährige zwischenzeitlich in Tränen ausbrach. Bei dem Angriff auf ihn im Sommer hatte er sich das Jochbein gebrochen. Auch das Auge wurde in Mitleidenschaft gezogen: Bis heute kann das Opfer das untere Augenlid nicht bewegen.

Die 160 Arbeitsstunden muss der Angeklagte binnen sechs Monaten ableisten. Es wurde allerdings davon abgesehen, dass er zusätzlich auch die Gerichtskosten tragen muss. Der Angeklagte bedauerte die schweren Verletzungen: „So doll wollte ich nicht zuhauen, das tut mir richtig leid“, sagte er vor Gericht.

luk