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Göttingen Norddeutscher Montessori-Tag zu Neuen Medien und Digitalisierung
Die Region Göttingen Norddeutscher Montessori-Tag zu Neuen Medien und Digitalisierung
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14:00 24.03.2019
Tagung in der Montessori-Schule in Göttingen. Quelle: Peter Krüger-Lenz
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Göttingen

Bereits zum dritten Mal haben sich die Montessori-Pädagogen aus Norddeutschland in Göttingen getroffen. Teilnehmer aus Hessen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern seien dabei. Daher habe sich Göttingen als Tagungsort in der Mitte Deutschlands angeboten, sagt Heidrun Engel, stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes Niedersachsen/Bremen. Sogar aus München sei eine Pädagogin angereist. Auch eigne sich die Göttinger Montessori-Schule sehr gut als Tagungsort, sagte Wolfgang Wedekind, der in Göttingen lebende Kassenwart des Montessori-Landesverbandes. Engel fügte an, dass die Göttinger Schule zudem ein zeitgemäßes Montessori-Konzept verfolge und sich an der „kosmischen Erziehung“ orientiere, einem Grundpfeiler der Montessori-Pädagogik.

Diesmal haben sie sich mit einem Thema befasst, das Wedekind im vergangenen Jahr aufgebracht hatte: die Digitalisierung. Wedekind hatte ein Buch des italienischen Autors Mario Valle, der sich mit der Digitalisierung in der Schule befasst hatte. Engel bekräftigte, dass der Einsatz digitaler Mittel sinnvoll für Schüler sei, aber „niemand weiß, wie es gemacht werden soll“. Einen Einsatz von sogenannten Whiteboards, häufig in Schulen gefordert, sieht sie beispielsweise kritisch: „Was haben die Schüler davon?“.

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Ein Material unter anderen

Autor Valle habe 14 Kriterien aufgestellt, um zu überprüfen, welcher Umgang mit Digitalisierung sich für Schüler im Unterricht eigne, berichtete Wedekind. Anschließend müssten die Lehrkräfte abwägen, was sich für die Schüler in ihrer derzeitigen Lebensphase eigne. Und: Es müsse ein Material unter anderen Montessori-Materialien sein. Engel bringt ein Beispiel: Ipads eigneten sich zur Pflanzenbestimmung in der Natur. Als Berieselung dürften digitale Geräte allerdings nie verwendet, als Werkzeug müssten sie eingesetzt werden, da waren sich Wedekind, Engel und Wiebe Möller, die Leiterin der Göttinger Montessori-Schule, einig. „Maria Montessori war Naturwissenschaftlerin und technikaffin. Würde sie heute leben, hätte sie die Technik in die Schule geholt“, sagt Möller.

Auch sei die Einführung digitaler Medien in der Schule für Lehrer oft mit Widerständen der Lehrer verbunden, berichtet Engel. Und Möller ergänzt: „Die Kinder sind oft weiter als die Lehrer.“ Der Digitalpakt sorge inzwischen zwar für eine gute technische Ausstattung. Allerdings fehlten noch immer Fortbildungen für die Lehrer. Hier ändere sich aber derzeit auch die Ausbildung für Montessori-Lehrer, so Wedekind. Ein neues Modell beinhalte das digitale lernen.

Geld für ein Schulprojekt

Verpflegt wurden die Teilnehmer der Tagung von Schülern der Montessori-Schule – allerdings nicht ganz uneigennützig. Sie hatten Unter anderem eine Suppe mit Würstchen und gerösteten Kichererbsen und Möhrenscheiben vorbereitet, um Geld für ein Schulprojekt zu verdienen – die Teilnahme von vier Schülern an dem Kongress „Montessori Model United Nations“ in Rom.

Von Peter Krüger-Lenz

24.03.2019
25.03.2019