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Göttingen Notfallversorgung: 1,4 Millionen-Euro-Förderung für Projekt der Universitätsmedizin Göttingen
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Notfallversorgung: 1,4 Millionen-Euro-Förderung für Göttinger Projekt

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19:00 01.01.2021
Notaufnahme der Universitätsmedizin Göttingen.
Notaufnahme der Universitätsmedizin Göttingen. Quelle: UMG
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Göttingen

Das Bundesministerium für Gesundheit fördert ein Verbundprojekt, das von der Zentralen Notaufnahme der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) auf den Weg gebracht worden ist und koordiniert wird und bei dem das Institut für Medizinische Informatik Kooperationspartner ist, mit 1,4 Millionen Euro. Dabei geht es um die Entwicklung smarter Notfall-Algorithmen.

„Unser Ziel ist es, eine smarte Unterstützung für ärztliche Entscheidungen in der Notfallversorgung zu entwickeln, mit der sich die Voraussetzungen für eine zeitnahe, zielgerichtete Diagnostik und initiale Therapie verbessern lässt“, sagt Prof. Sabine Blaschke von der ärztlichen Leitung der Zentralen Notaufnahme an der UMG. Dazu sollen ein sowohl auf einer breiten Datengrundlage erhobenes Fachwissen als auch Verfahren der Künstlichen Intelligenz eingesetzt werden.

Mit ihrer Idee für eine neuartige smarte Unterstützung von ärztlichen Entscheidungen in der Notfallversorgung hatten sich Blaschke und Prof. Dagmar Krefting, Leiterin des Instituts für Medizinische Informatik der UMG, erfolgreich um eine Förderung durch das Bundesministerium beworben. Im Verbundprojekt „ENSURE“ zur „Entwicklung smarter Notfall-Algorithmen durch erklärbare KI-Verfahren“, wobei „KI“ für „Künstliche Intelligenz“ steht, wollen sie den Prototypen für eine bedarfsgerechte, klinische Entscheidungsunterstützung in der Notfallversorgung entwickeln.

Projekt wird drei Jahre lang gefördert

Das Verbundprojekt wird von Blaschke in Kooperation mit Krefting koordiniert. Das Bundesministerium für Gesundheit fördert nun das Projekt, das im Oktober 2020 startete, für drei Jahre mit rund 1,4 Millionen Euro.

Im Rahmen einer klinischen Pilotstudie soll der Prototyp in drei Modellkliniken erprobt und in Bezug auf definierte Prozess- und Qualitätsindikatoren in der Notaufnahme geprüft werden. Zum Projektabschluss sollen mit „ENSURE“ smarte Notfall-Algorithmen zur Verfügung stehen, die die ärztlichen Handlungskompetenzen in der gesamten notfallmedizinischen Behandlungskette unterstützen und so die Prozess- und Ergebnisqualität in der Notfallversorgung verbessern.

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In Deutschland wenden sich laut UMG-Mitteilung immer mehr Menschen an die Notaufnahmen in den Kliniken – die Fallzahlen seien in den vergangenen Jahren rasant gestiegen. Vor allem für ärztliche Berufseinsteiger in der Notfallversorgung seien „die zeitkritische Diagnosestellung und Therapieentscheidung für Patienten in einer Spanne von der ambulanten Behandlung bis hin zur Schockraumversorgung von Schwerstverletzten und intensivpflichtigen Patienten“ eine medizinische Herausforderung. Im konkreten Notfall müsse dabei zunehmend auf webbasierte, in der Regel nicht evidenzbasierte Wissensplattformen zurückgegriffen werden – auf eine smarte Unterstützung.

Von Eduard Warda