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Göttingen Offener Brief gegen Kohleverstromung
Die Region Göttingen Offener Brief gegen Kohleverstromung
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13:18 04.10.2018
Luisa Neubauer Quelle: r
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Göttingen

Aktueller Anlass ist die Auseinandersetzung um das Waldgebiet Hambacher Forst zwischen Köln und Aachen. „Im Sinne unserer Zukunft“, sagt Neubauer, soll die Bundesregierung „verhindern, dass heute Pfadabhängigkeiten geschaffen werden, die unsere Zukunft maßgeblich prägen werden“. Unterzeichnet wurde der Offene Brief von 100 jungen Menschen wie dem Friedensaktivisten Ali Can und Felix Finkbeiner wie auch Verbänden wie dem Centre for Feminist Foreign Policy, der BUND-Jugendorganisation, der Naju, Demokratieinitiativen und Stiftungen.

„Politische und moralische Frage“

Unter dem Hashtag #DieZukunftSindWir“ kritisieren die Jugendvertreter in dem am Donnerstag veröffentlichten Brief den „nachlässigen Umgang mit Fragen der Generationengerechtigkeit aufs Schärfste“. Die Frage nach der Zukunft des Hambacher Forstes sei „nicht nur eine rechtliche, sondern auch eine politische und moralische“. Es handele sich um „eine Frage nach der Ernsthaftigkeit, mit welcher der Planet für uns und unsere Kinder als Lebensgrundlage erhalten wird – oder eben nicht“. Dabei gehe es auch um „Deutschland als Schlüsselfigur im internationalen klimapolitischen Kontext, das lange Jahre für viele als Vorreiter-Nation galt“.

Angesichts der Entwicklung des Klimas sei es „mehr als ungewiss, in welchem Zustand die Umwelt Ende des Jahrhunderts sein wird. Was aber gewiss ist, ist, dass selbst unter optimistischen Berechnungen das Weltklima ein anderes sein wird und die Lebensgrundlagen von Millionen von Menschen weltweit bedrohen wird.“

Kritik „mit aller Vehemenz“

Daher fordern die Unterzeichner „mit aller Vehemenz, im Sinne des Klimaschutzes, dem Schutz der biologischen Vielfalt und unserer Zukunft zu handeln“. Ihnen sei klar, „dass eine schnellstmögliche Abkehr von der Kohle unumgänglich ist - wenn wir unsere künftigen Lebensumstände und die der zukünftigen Generationen nicht einfach ignorieren“. Im Sinne der Generationengerechtigkeit zu handeln, sei zwar „nicht bequem, aber entscheidend für unsere Zukunft“. Daher fordern die Unterzeichner, „von politischen, industriellen und wirtschaftlichen Akteuren im ganzen Land, das zerstörerische Vorhaben der Kohleindustrie vor Ort deutlich zu verurteilen und sich durch echte Maßnahmen klar für gelebte Generationengerechtigkeit auszusprechen“.

Kohle ohne Kohle

Mit dem Offenem Brief setzt Neubauer ihr früheres Klima-Engagement fort: Unter anderem brachte sie mit einer Gruppe von Studenten die Göttinger Universität kürzlich dazu, ihr Geld nicht mehr in Kohle, Öl oder Gas anzulegen. Unter dem Motto „Divest! Zieht euer Geld ab!“ investiert die Uni nicht mehr in Unternehmen, die ihr Geld mit fossilen Energieträgern verdienen. Außerdem muss sie alle entsprechenden Anlagen, die derzeit bestehen, innerhalb der kommenden fünf Jahre abziehen. Nach Münster ist Göttingen die zwei Universität in Deutschland, die sich dieser Investment-Strategie verpflichtet.

Neubauer ist außerdem „Jugendbotschafterin“ von „One“, 2004 unter anderem von den Musikern Bono und Bob Geldof gegründet. Die Organisation ist eine amerikanische überparteiliche und international agierende Lobby- und Kampagnengruppierung, die sich für die Bekämpfung extremer Armut und vermeidbarer Krankheiten einsetzt, vor allem in Afrika.

Von Matthias Heinzel

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