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Göttingen „Erhebliche Mehrbelastung für Kollegen“
Die Region Göttingen „Erhebliche Mehrbelastung für Kollegen“
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20:40 20.08.2018
Landrat Bernhard Reuter (SPD). Quelle: riese
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Hann. Münden

Grundsätzlich stehe man einer Fusion offen gegenüber, heißt es in dem von Gewerkschaftssekretär Moritz Braukmüller unterzeichneten Schreiben. In der angedachten Konstellation sehe man jedoch erhebliche Nachteile für die Stadt Hann. Münden, die Sparkasse und die betroffenen Kollegen.

Verdi geht davon aus, dass die Verwaltung einer fusionierten Sparkasse in Osterode und Duderstadt zentralisiert werde. Rund die Hälfte der Mündener Kollegen müssten dann zukünftig täglich 150 Kilometer mehr fahren, um Ihre Aufgaben wahrzunehmen. Täglich drei Stunden, die man auf der Straße und „nicht mehr mit den Familien, nicht in Hann. Münden und nicht mit Engagement im Verein“ verbringe. So lasse sich Familie und Beruf für viele nicht mehr in Einklang bringen. Das gelte in noch stärkerem Maße für Teilzeitkräfte. Die erhebliche Mehrbelastung stelle die Wirtschaftlichkeit ihrer Arbeitsverhältnisse infrage.

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Angst vor Entlassung

Außerdem geht bei den Mitarbeitern offensichtlich die Angst vor Entlassungen um. „Fusion geht erfahrungsgemäß einher mit Personalabbau. Vor diesem Hintergrund ist es für uns nicht nachvollziehbar, dass wir Kollegen aus Hann. Münden allein nahezu die gesamte Last der Fusion tragen sollen.“ Die Vierer-Fusion folge, so die Einschätzung der Gewerkschaftler, keinem akuten wirtschaftlichen Zwang. Und der Zeitdruck bei der Durchführung sei nicht nachvollziehbar.

Die Träger hätten die Verantwortung, mit der gebotenen Sorgfalt alle Alternativen zu prüfen. Und sie seien der Unternehmensleitlinie der Sparkassenorganisation verpflichtet: „Fair. Menschlich. Nah“, so der fett gedruckte Abschluss des Briefes.

Eine Stellungnahme von Seiten der Träger war am Montag nicht zu bekommen. Aus dem Göttinger Kreishaus hieß es: „Der Landkreis nimmt grundsätzlich nicht zu offenen Briefen Stellung. Das gilt auch im Fall der Gespräche zur Sparkassenstruktur.“ Allerdings betonten noch Ende Juni die vier Vorstandsvorsitzenden Thomas Scheffler (Münden), Uwe Hacke (Duderstadt), Thomas Toebe (Osterode) und Ralf Müller (Bad Sachsa), die Sondierungsgespräche seien bisher „sehr gut und vertrauensvoll“ gelaufen.

Von Markus Scharf

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