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Göttingen Oldtimer-Ausfahrt mit 95 Klassikern
Die Region Göttingen Oldtimer-Ausfahrt mit 95 Klassikern
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14:18 14.07.2019
Katharina Stein vom Mercedes-Center schwenkt die Flagge für das älteste Auto im Wettbewerb – ein Ford Model T von 1914. Fahrer Helmut Küster und Beifahrerin Jutta Lorenz sind startklar. Quelle: Markus Riese
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Göttingen

 Kein Glück mit dem Wetter hatten die 95 Teilnehmer der Oldtimer-Ausfahrt „ADAC VFFG Historik“ am Sonnabend in und um Göttingen. Fast pünktlich zum Start des ersten Fahrzeugs um 9.31 Uhr setzte ein unangenehmer Dauerregen ein.

95 Teilnehmer waren am Sonnabend bei der dritten Oldtimer-Ausfahrt „ADAC VFFG Historik“ am Start. Von Göttingen aus ging es über das Etappenziel Gieboldehausen bis nach Nörten-Hardenberg.

„Das wünscht man sich natürlich anders“, sagt der Göttinger Rainer Apel, der mit seinem 1994er Ford Escort Cabrio XR3i zum ersten Mal an einer solchen Ausfahrt teilnimmt. „Vor Jahren war ich mal als Streckenposten dabei, sonst nur als Zuschauer“, erzählt der ehemalige Ford-Mitarbeiter, der auch Mitglied bei den ausrichtenden Veteranen-Fahrzeug-Freunden Göttingen (VFFG) ist. Sein Auto ist eigentlich ein „Schön-Wetter-Wagen“, aber vermiesen lässt sich Apel die Ausfahrt durch den Regen nicht. Ärgerlich ist für ihn eher, dass es für sein 25 Jahre altes Auto inzwischen keine Ersatzteile bekommt. „Für ein Positionslicht muss man dann bei eBay schon mal 150 Euro hinlegen, wenn man es denn überhaupt bekommt“, erzählt er. Vom Wetter hingegen lässt sich der Cabrio-Fan aber nicht wirklich ärgern. Das gilt auch für die meisten anderen Fahrer und Beifahrer der Ausfahrt.

Spaß an alten Autos

Harald und Silke Merker sind zum Beispiel mit einem 1954er Mercedes 170 S-D am Start. „Wir sind zum dritten Mal dabei“, erzählt der Fahrer, der „einfach Spaß daran an, mit diesem schönen alten Auto durch die Gegend zu fahren und dabei auch Aufgaben zu lösen“. Größere Probleme sieht er nur bei stärkerem Regen: „Dann sind die Scheibenwischer dieser alten Autos einfach nicht so gut wie die heutigen“, beschreibt er. Die Merkers nehmen an der sogenannten „touristischen Ausfahrt“ teil; es gibt auch noch eine „sportliche“, deren Aufgaben ambitionierter gestaltet sind.

Baujahre von 1914 bis 1999

Das Vorbereitungsteam rund um den Organisationsleiter Heinrich Zwickert plant das automobile Event bereits seit Oktober 2018; damals ging es mit den ersten Genehmigungsverfahren los. Im Februar begann die „heiße Phase“ der Vorbereitungen – unter anderem mit der Streckenplanung und der Planung der genauen Kontrollpunkt-Platzierungen. Auch die sogenannten „Bordbücher“ mussten erstellt werden – das sind im Prinzip Aufgabenlisten, die von den Besatzungen der Fahrzeuge möglichst fehlerfrei und innerhalb gewisser Regularien abzuarbeiten sind. Klappt etwas nicht, gibt es Strafpunkte, und am Ende ergibt sich für jedes Fahrzeug eine Gesamtpunktzahl. Weil aber nicht alle Autos miteinander vergleichbar sind – die Baujahre liegen immerhin 85 Jahre auseinander – gibt es neben einer Gesamtwertung aber auch Wertungen in verschiedenen Klassen.

Echte Klassiker

„Wir hätten hier heute auch mit 120 Autos starten können“, berichtet Heinz-Dieter Pech vom Organisationsteam. Ursprünglich sollten nur 80 Fahrzeuge zur Ausfahrt zugelassen werden, doch wegen der großen Nachfrage sei die Teilnehmerzahl zumindest noch auf 95 erhöht worden. Entsprechend voll ist es schon am frühen Morgen auf dem Gelände des Mercedes-Centers im Göttinger Industriegebiet. Wie eine Parade sind die Auto-Klassiker aufgereiht, Oldtimer-Fans flanieren an ihnen vorbei und kommen hier und da mit den Besitzern ins Gespräch.

15 Minuten vor ihrer jeweiligen Abfahrtszeit steigt jedoch die Konzentration, denn dann bekommen die Fahrer ihre Bordkarten ausgehändigt – und sehen erstmals ihre Aufgaben. Wo sie sogenannte „stumme Kontrollen“ erwarten und wo es besetzte Checkpoints gibt, das wissen sie in diesem Moment noch nicht. „An den besetzten Kontrollpunkten müssen sich die Fahrer Stempel abholen“, erklärt Pech das Prinzip.

Oldtimer-Ausfahrt „ADAC VFFG Historik“ – der Start bei Mercedes in Göttingen im Video:

Als um 9.31 Uhr das erste und gleichzeitig älteste Auto – ein Ford Model T von 1914 – an den Start rollt, beginnt Sprecher Andreas Rutschmann mit der Vorstellung der Fahrzeuge. Im Minutentakt wird nun die Startflagge geschwenkt, bis alle Autos unterwegs sind.

Die erste Etappe führt zunächst zum Niedersachsenhof nach Gieboldehausen, die zweite nach dem Mittagessen bis zum Schlosspark Nörten-Hardenberg. Dass sich das Wetter im Laufe der zwei Etappen noch etwas aufklart, wird die meisten Fahrer dann doch gefreut haben.

Die Ergebnisse der Gesamtwertungen

Bei der sportlichen Ausfahrt sind insgesamt 21 Starter im Ziel gewertet worden. Den Gesamtsieg holte hier Fahrer Jürgen Kornrumpf in seinem Volvo PV 544 (Baujahr 1960) mit 30,98 (Straf-)Punkten. Zweiter wurde Rolf Tiggemann im 1953er Mercedes Benz 170 S-D (52,74 Punkte) vor Andreas Lippmann im BMW 2002tii von 1972 (61,38 Punkte). In der touristischen Wertung sind 71 Fahrzeuge gewertet worden. Hier siegte Jochen Voß im Porsche 944 Targa von 1983 mit 1,00 Punkten vor Hans-Joachim Martini im VW Porsche Karmann 914/4 von 1971 (1,50 Punkte). Dritter wurde Julian Kurth im Mercedes Benz 350 SLC von 1970 (2,02 Punkte). Das älteste Fahrzeug im Klassement (Ford Model T von 1914) von Helmut Küster kam auf Platz 66 ins Ziel (242,92 Punkte), direkt vor dem im Haupttext beschriebenen Newcomer Rainer Apel mit seinem 1994er Ford Escort Cabrio XR3i (263,97 Punkte). Alle Ergebnisse – auch für die einzelnen Klassenwertungen – hat der Veranstalter auf der Internetseite vffg-historik.de im Bereich „Archiv“ veröffentlicht.

Von Markus Riese

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