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Göttingen Online-Coaching der DAK in Göttingen hilft, Alkoholkonsum zu kontrollieren
Die Region Göttingen Online-Coaching der DAK in Göttingen hilft, Alkoholkonsum zu kontrollieren
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16:00 02.05.2019
Das „Vorvida“-Programm hilft Versicherten, ihren Alkoholkonsum zu kontrollieren. Quelle: dpa
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Göttingen

Ab und zu ein Bier zu trinken, muss nicht gleich eine Alkoholsucht bedeuten. Doch auch kleinere Mengen können dem Körper gesundheitlich schaden. Im Online-Programm „Vorvida“ der Krankenkasse DAK-Gesundheit können Versicherte ihren Alkoholkonsum im Blick behalten.

„Manche trinken hier da mal was. Aber das summiert sich vielleicht“, sagt Hiltrud Degenhard von der DAK-Gesundheit in Göttingen. „Das Programm zeigt mir, was ich als Prävention tun kann, bevor ich in eine Sucht hineinrutsche.“ Die Krankenkasse sei die erste, die ein solches Programm anbietet.

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Vier Millionen Erwerbstätige trinken zu viel

„Man gibt seine Trinkgewohnheiten in das Programm ein“, beschreibt Degenhard. Anhand derer und anhand von Alter, Geschlecht und weiteren Faktoren zeigt die Anwendung dem Versicherten dann, ob er gefährdet ist. „Man füttert das Programm immer weiter und erfährt sein Risiko frühzeitig.“

Vier Millionen Erwerbstätige in Deutschland haben nach Angaben der DAK-Gesundheit einen riskanten Alkoholkonsum. Doch es fehle bisher an Behandlungsangeboten, die frühzeitig ansetzen. „Eigentlich wird immer zu spät gehandelt, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist“, meint Degenhard. „Wenn man Alkoholiker ist, dann schrillen die Alarmglocken so weit, dass größere Schritte notwendig sind.“

Alkohol löst viele Erkrankungen aus

Generell werde der Alkoholkonsum oft unterschätzt, sagt der Chefarzt der Inneren Medizin im Evangelischen Krankenhaus Göttingen-Weende, Prof. Michael Karaus. Dabei seien die Übergänge zwischen Genuss und Sucht fließend. Für die Gesundheit können die Folgen schwerwiegend sein.

Insbesondere Leber und Gehirn leiden unter der Einwirkung. Im Gehirn wird die Übertragung von Informationen zwischen den Gehirnzellen bei jedem einzelnen Rausch gestört – wodurch die Gedächtnisleistung und die Konzentration abnehmen können, sagt Karaus. Wer über einen längeren Zeitraum trinkt, riskiert Verfettung und Verhärtung der Leber bis hin zu einer Leberzirrhose.

Tipps für den Alltag von Spezialisten

„Auch viele Krebserkrankungen werden durch langfristigen Alkoholmissbrauch begünstigt oder sogar ausgelöst, insbesondere Leber, Mundhöhle, Rachen und Speiseröhre, aber auch Enddarm und Brustdrüse“, sagt der Internist. Hinzu kommen Herzmuskel-Erkrankungen, Bluthochdruck und Entzündungen der Bauchspeicheldrüse sowie der Magenschleimhaut. „Bei weitem ist diese Aufzählung nicht abschließend.“

Das „Vorvida“-Coaching soll dem Nutzer mit Tipps von Ärzten, Psychologen und Therapeuten Wege aufzeigen, weniger zu trinken. „Man kann mit dem Programm spielen“, sagt Degenhard. Zum Test könne der Versicherte schauen, wie sich sein Gesundheitsrisiko verändert, wenn er nur noch am Wochenende Alkohol trinkt oder seine Trinkintervalle reduziert.

„Jeder kann es von zu Hause aus machen“, berichtet Degenhard. Die Versicherten könnten erst einmal für sich selbst schauen, wie es um die persönlichen Trinkgewohnheiten steht. „Man macht es alleine und muss sich nicht gleich in einer Gruppe outen. Die ‚Anonymen Alkoholiker‘ sind gleich ein ganz anderer Schritt.“

Das Online-Programm „Vorvida“ ist kostenfrei für alle Versicherten der DAK-Gesundheit. Die Daten der Nutzer werden nach Angaben der Krankenkasse anonymisiert. Weitere Informationen gibt es unter dak.de.

Von Norma Jean Levin

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