Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen „Operation am offenen Herzen“ des Klärwerks
Die Region Göttingen „Operation am offenen Herzen“ des Klärwerks
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:06 24.09.2009
Neuer Abwassersammler: Polier Horst Klein in der Baugrube des Sammlers im Klärwerk am Rinschenrott.
Neuer Abwassersammler: Polier Horst Klein in der Baugrube des Sammlers im Klärwerk am Rinschenrott. Quelle: Hinzmann
Anzeige

Es geht um gewaltige Mengen: Bis zu 80 000 Kubikmeter Abwasser nimmt das Göttinger Klärwerk täglich an und reinigt es in einem mechanischen und einem biologischen Schritt. Weil die laufende Anlage im Falle von Bauarbeiten nicht einfach abgeschaltet werden kann, weil sonst das Abwasser in den Kanälen zurückstaut und der nachgeschaltete biologische Prozess zusammenbrechen könnte, muss das Klärwerk fortlaufend arbeiten.

2000 Liter pro Sekunde

Bisher konnten alle Neubauten des Zulaufbereichs ohne Eingriff in den Anlagenbetrieb erfolgen. In dieser Woche wurde nun erstmalig ein neuer Anlagenteil in Betrieb genommen. Dafür musste einer der drei Hauptkanäle teilweise abgebrochen werden. Wie in einem Bypass muss deshalb das Abwasser von zwei riesigen Pumpen um den Baustellenbereich herum gepumpt werden. Bis zu 2000 Liter pro Sekunde schaffen diese Pumpen.
Unterdessen wurde mit Spezialsägen ein Teil des alten, 120 Zentimeter Durchmesser messenden West-Kanalstranges herausgetrennt und mit dem neuen Sammelschacht verbunden. Erst wenn diese neue Zuleitung in Betrieb geht, können auch die beiden anderen Kanäle (Süd und Nord) mit Durchmessern von 100 und sogar 140 Zentimetern an den neuen Sammelschacht angeschlossen werden. Die erneuerte Anlage soll im Sommer 2010 in Betrieb gehen.
Das Klärwerk der Stadt Göttingen am Rinschenrott reinigt in zwei Stufen (mechanisch und biologisch) das Schmutzwasser für mehr als 170 000 Menschen im Leinetal von Neu-Eichenberg im Süden bis Lenglern (Gemeinde Bovenden) im Norden. Angeschlossen sind neben der Stadt Göttingen mit rund 130 000 Menschen alle Ortschaften der Gemeinde Gleichen sowie der Wasserverband Leine Süd (Sitz in Klein Schneen) mit den Gemeinden Friedland, Rosdorf, Neu Eichenberg und mit den östlichen Dörfern der Samtgemeinde Dransfeld (Jühnde, Barlissen, Meensen an einem, Varmissen und Bördel am anderen Abwasserstrang). Je nach Wetterlage werden täglich zwischen 30 000 und 80 000 Kubikmeter Schmutzwasser gereinigt. Die letzten großen Investitionen waren von 2001 bis 2004 der Bau der 2004 in Betrieb gegangenen biologischen Reinigungsstufe sowie Ende 2006 die neue Schlammentwässerung (Zentrifugen).

Von Jürgen Gückel