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Göttingen Organskandal: Wächterpreis für Göttinger Tageblatt
Die Region Göttingen Organskandal: Wächterpreis für Göttinger Tageblatt
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16:59 13.03.2013
Von Britta Bielefeld
Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Göttingen

Am 12. Juni vergangenen Jahres berichtete das Tageblatt erstmals von dem Verdacht, dass ein Mediziner des Göttinger Universitätsklinikums bei der Transplantation von Lebern Patienten bevorzugt haben soll, die nicht ganz oben auf der Warteliste standen. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig bestätigte die Recherche von Tageblatt-Redakteur Jürgen Gückel. In den folgenden Tagen förderte Gückel mehr und mehr Details über den Organskandal ans Tageslicht und damit in das Tageblatt.

Jürgen Gückel

Taz und Süddeutsche

Zu einem bundesweiten Nachrichtenthema wurde der Göttinger Skandal aber erst einige Wochen später, als auch die Süddeutsche Zeitung über Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe von Organen im Klinikum Regensburg – wo der Göttinger Chirurg ebenfalls tätig war – berichtete.

Bereits im Vorfeld hatte die Tageszeitung „taz“ einen Artikel über das Verfahren der Organvergabe in Deutschland veröffentlicht: In einem anonymen Schreiben an Mitglieder des Deutschen Bundestags machten Mitarbeiter der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) damals auf Missstände und Selbstbedienung in der DSO-Führung aufmerksam. Die Recherchen der Taz konnten die Hinweise bestätigen und aufdecken.

Auf den Berichterstattungen der drei jetzt ausgezeichneten Zeitungen fußend folgte ein sich bundesweit immer weiter ausdehnender Skandal um die Manipulation von Daten und Listen und die illegale Vergabe von Organen an Transplantionspatienten. Das Ende dieses Skandals ist nicht abzusehen.

Weitere Preisträger

Für einen Beitrag über Sportförderung in der „WAZ“ erhalten Daniel Drepper und Niklas Schenck den zweiten Wächterpreis. Die Berichte über den Fall des psychiatrisierten Gustl Mollath aus Nürnberg werden mit dem dritten Platz belohnt. Die Redakteure der Süddeutschen Zeitung Olaf Pryzbilla und Uwe Ritzer werden dafür ausgezeichnet.

Wächterpreis

Seit 1969 wird der Journalistenpreis „Wächterpreis der Tagespresse“ jährlich von der „Stiftung ‚Freiheit der Presse‘“ vergeben. Die Jury der Stiftung zeichnet mit dem Wächterpreis Journalisten aus, die als „Wächter“ mit ihren Recherchen und Veröffentlichungen Missstände aufgedeckt, Diskussionen angestoßen und letztlich Veränderungen bewirkt haben. Der erste Platz ist mit 12 000 Euro dotiert. In den vergangenen Jahren kamen die Sieger von Handelsblatt, Berliner Morgenpost, Bonner Generalanzeiger und Frankfurter Rundschau. Die Preisverleihung findet am Tag der Pressefreiheit, am Freitag, 3. Mai, im Frankfurter Römer statt.

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