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Göttingen Alternative Bestattungsformen
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06:01 27.02.2019
Friedhof in Grone.
Friedhof in Grone. Quelle: Peter Krüger-Lenz
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Göttingen

Mit einer Anregung der SPD-Fraktion im Ortsrat Grone wird sich das Gremium mit der Frage nach alternativen Bestattungsformen auseinandersetzen. Die Verwaltung solle prüfen, welche Formen auf dem Groner Friedhof möglich seien. Auf anderen Friedhöfen gebe es inzwischen eine größere Vielfalt der Bestattungsmöglichkeiten, erklärt Ortsbürgermeisterin Birgit Sterr (SPD). So könne auf dem städtischen Gottesacker ein bereits vorgefertigter Stein erworben werden, der noch mit dem Namen des Toten versehen werde, und gegen eine einmalige Zahlung werde das Grab, in dem meist Urnen vergraben würden, 15 Jahre lang von der Friedhofsverwaltung gepflegt.

Platte mit Namen im Rasen

In Grone werde bei dieser Form der Bestattung lediglich eine Platte mit Namen in den Rasen eingelassen. Das Bepflanzen sei bislang nicht vorgesehen. Vermehrt suchten Menschen nach Bestattungsmöglichkeiten ohne Pflegeaufwand, die auch nicht anonym seien, berichtet Sterr von Gesprächen in Grone – und von den vielen Gronern, die sich deshalb in der jüngeren Vergangenheit zunehmend auf dem Stadtfriedhof beerdigen ließen.

Die schriftliche Anregung der SPD-Fraktion weist noch eine weitere Variante der Bestattung hin. So würden in Rosdorf sogenannte Ruhegemeinschaften angeboten.

Wohn- und soziale Zwecke

Neben dieser Anregung will sich der Ortsrat auch mit zwei Bebauungsplänen befassen. Der Plan „Salinenweg“ soll geändert werden, um die Nachnutzung des EAM-Hochhauses an der Kasseler Landstraße für Wohn- und soziale Zwecke zu ermöglichen. Der Bauträger plant dort die Einrichtung eines Kindergartens, aber auch Wohnungen, was der aktuelle Bebauungsplan nicht zulässt.

Eine größere Debatte erwartet Sterr allerdings bei der Debatte um den Bebauungsplan „Hasenweg“. Auch hier geht es um die Entwicklung von Wohnbebauung aus bislang gewerblich genutzten Flächen. „Wir stehen dem grundsätzlich positiv gegenüber“, sagt Sterr. Allerdings sei hier das beschleunigte Verfahren gewählt worden und das sehe keine Umweltprüfung und daher auch keine Ausgleichsmaßnahmen vor. „Das finden wir als SPD-Fraktion gar nicht gut.“

Auf die Straße rumpeln

Mit laut Sterr „merkwürdigen Schildern“ will sich das Gremium auseinandersetzen. Ein Fahrradweg in der Industriestraße ende abrupt. Dort müssten die Radfahrer dann ohne Absenkung des Radwegs auf die Straße rumpeln. Eine weitere Anregung bringt die SPD-Fraktion ein. Weil die industrielle Agrarproduktion die Bienengesundheit durch Pestizide belaste, solle gegengesteuert werden. Dazu solle das Gelände am Siekweg zwischen dem zukünftigen Baumarkt und den internationalen Gärten zu einer Blühwiese für wildlebende Insekten umfunktioniert werden. Hendrik Falkenberg (GoeLinke) schließlich stellt den Antrag, dass der Ortsrat die Stellungnahme der Verwaltung zur sozialen Erhaltungssatzung für Grone zurückweisen soll. Er plädiert für Milieuschutz, der schon in zahlreichen Städten angewandt werde.

Ort und Zeit

Der Ortsrat Grone kommt am Donnerstag, 28. Februar, im Bürgerhaus, Martin-Luther-Straße 10, zusammen. Die Sitzung beginnt um 20 Uhr. Der erste Teil ist öffentlich, der zweite dann unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Von Peter Krüger-Lenz