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Göttingen Ortsrat hat weiterhin Beratungsbedarf
Die Region Göttingen Ortsrat hat weiterhin Beratungsbedarf
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00:34 08.06.2018
Zwischen Siekweg und Siekhöhe: Platz für Bau- und Gartenmarkt und anderes Gewerbe. Quelle: Hinzmann
Grone

Einen Markt mit insgesamt 8470 Quadratmeter Fläche plant die „Jünemann & Kreitz Projekt GmbH & Wundrak Siekhöhe GbR“ auf der Fläche südlich des Möbelmarktes Sconto. 5430 Quadratmeter soll der Baumarkt bekommen, der Gartenmarkt 3040. „Der Bauantrag dafür liegt längst fertig in der Schublade“, sagte Reinhard Wundrak für die Investoren.

Was fehlt, ist ein Bebauungsplan. Den hat die Stadtverwaltung inzwischen erarbeitet und vorgelegt. Er harrt nun darauf, öffentlich ausgelegt zu werden, damit Bürger und Träger öffentlicher Belange einen Monat lang Stellungnahmen dazu abgeben können, die dann möglicherweise später in den gültigen Bebauungsplan einfließen.

Wichtige Fragen ungeklärt

Am Donnerstag startete der Ortsrat Grone die Diskussion um diesen Auslegungsbeschluss. „Es liegt und daran etwas Positives zu verwirklichen“, sagte Grones Ortsbürgermeisterin Birgit Sterr (SPD). „Es geht uns um die Leute, die dort wohnen.“

Wichtige Fragen, zur geplanten Ansiedlung, zum künftigen Verkehrsaufkommen, zur Beleuchtung, etwaigen Werbepylonen und zum Lärmschutz seien in der Sitzung von der Verwaltung aber gar nicht beantwortet worden, bemängelte Sterr. Die 393 Seiten Unterlagen zum Bebauungsplanverfahren seien von der Verwaltung erst eine Woche vor der Ortsratssitzung zur Verfügung gestellt worden. Als ehrenamtlich tätige Politiker sei es kaum zu schaffen, sich in so kurzer Zeit dort einzuarbeiten. Sterr wollte dies als „Hinweis an die Verwaltung“ verstanden wissen.

„Verwaltung drückt den Investoren viel auf“

Wundrak hakte ein: All die von Sterr genannten Themen und Fragen würden in den Unterlagen beantwortet. „Trauen Sie ihrer eigenen Verwaltung nicht“, fragte Wundrak. Schließlich gebe es geltendes Baurecht und eine Bauverpflichtung. „Die Verwaltung drückt den Investoren viel auf“, sagte Wundrak. Allein für die Entwässerung, die geforderte Erschließungsstraße und Lärmschutz würden von den Investoren rund 1,1 Millionen Euro ausgeben, sagte Wundrak.

Vor allem die Sorge um zusätzlichen Lärm durch den neuen Markt und den Anlieferverkehr treibt den Ortsrat um. Wundrak versicherte, dass es Lärmschutzwände ebenso geben werde wie einen Lärmschutzwall. Die Anlieferbereiche seien überdacht, was ein „Heidengeld“ koste, so Wundrak. Pro Tag würden maximal acht bis zehn Lkw in der Zeit zwischen acht und 14 Uhr den Markt beliefern. Es gebe mehrere Lärmgutachten. Und dass der Lärmschutzwall zum Wohngebiet hin nicht mehr durchgehend ist, liege an der Auflage der Stadt, über die Erschließungsstraße zwischen Siekhöhenallee und Siekweg die Linienbusse fahren zu lassen.

Grunwald: „Wir sind verunsichert.“

Anna Wucherpfennig (SPD) betonte, dass die SPD keineswegs gegen den Investor arbeiten würde. „Wir müssen den Menschen aber eine Erklärung geben.“ Und Fraktionskollege Bernd Grunwald sagte nach dreistündiger Diskussion: „Wir sind verunsichert. Es gibt viele Fragen und nur zum Teil Antworten. Wir Ortsratsmitglieder werden von den Bürger gefragt: Warum habt ihr dem zugestimmt?“

Nach dem Zeitplan war vorgesehen, dass der Bauausschuss des Rates am Donnerstag, 7. Juni) und der Verwaltungsausschuss am Montag, 11. Juni, die Auslegung des Bebauungsplans beschließt. Mit dem angemeldeten Beratungsbedarf des Groner Ortsrates ist dieser Zeitplan nun hinfällig. Auch wenn Verwaltungsmitarbeiter Jörg Müller darauf drängte, „noch vor der Sommerpause“ einen Beschluss zu haben. Die nächste Ortsratssitzung sei erst im August. Tenor im Ortsrat: Was sind schon ein paar Wochen verglichen mit 20 Jahren Diskussion zuvor?

Von Michael Brakemeier

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