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Göttingen Ortsrat Rosdorf will Infotafel neben Denkmal anbringen
Die Region Göttingen Ortsrat Rosdorf will Infotafel neben Denkmal anbringen
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20:42 17.10.2013
Von Andreas Fuhrmann
Rosdorfer Ehrenmal: Eine Informationstafel neben dem Denkmal wird es wohl nicht geben. Quelle: Theodoro da Silva
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Rosdorf

Die Mitglieder des Ortsrats Rosdorf finden das unpassend. Sie wollen daher eine Informationstafel in der Nähe des Denkmals aufstellen lassen, um die Inschrift zu relativieren und historisch einzuordnen.

Doch daraus wird wohl nichts. Der Kirchenvorstand hat sich nach Angaben von Ortsbürgermeister Gerhard Winter (CDU) gegen den Vorschlag ausgesprochen.

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Dabei hatte es in der Ortsratssitzung im August, als das Thema erstmals diskutiert wurde, noch nach einer Einigung ausgesehen. Pastorin Simone Mertins hatte sogar schon einen Textvorschlag für die Info-Tafel präsentiert. Die Inschrift des Ehrenmals sei zwar Ausdruck des Denkens der damaligen Zeit. „Ich fände eine Kommentierung auf einer Tafel aber in Ordnung“, sagte Mertins. Sie schränkte jedoch auch ein, dass der Kirchenvorstand noch darüber abstimmen müsse.

„Das wollen wir so nicht stehen lassen“, kommentierte Dieter Eikenberg (Grüne) die Inschrift des Denkmals. Daher sei eine Gedenktafel wichtig – „zum  Gedenken der Opfer jeglicher Gewalt und versehen mit einem allgemeinen Friedensaufruf“. Margret Münzel (SPD) wies darauf hin, dass am Volkstrauertag, wenn ein Kranz am Ehrenmal niedergelegt wird, „immer auf unsere Verpflichtung hingewiesen wird“.

Ferner gebe es immer noch Menschen, die die auf dem Ehrenmal aufgeführten Gefallenen kennen. Daher könne das Denkmal an sich nicht verändert werden. „Ich finde es aber gut, einen gesonderten Text dazuzustellen. Das regt zum Nachdenken an.“ Das unterstrich auch Ortsbürgermeister Winter: „Wir sind alle dafür, dass da etwas hinkommt.“ Der Kirchenvorstand solle aber einen Textvorschlag liefern.

Natürlich sei das Denkmal ein historisches Zeugnis und könne nicht verändert werden, sagte Eikenberg. Die Problematik aber nur einmal im Jahr bei der Kranzniederlegung anzusprechen, sei zu wenig. „Das ist schon heftig, was da steht.“ Außerdem habe auch die NPD schon mal einen Kranz niedergelegt und sich damit „im Internet gebrüstet“.

Ortsheimatpfleger Manfred Hempfing reagierte zurückhaltend. Natürlich würden heute andere Worte gefunden. „Aber zu der Zeit waren die Worte eben so.“ Seiner Meinung nach werde am Volkstrauertag „genug dazu gesagt“. Wenn es denn eine Tafel geben solle, dann weiter entfernt.

Jetzt aber wird offenbar gar keine Info-Tafel aufgestellt. Das sei schon „ein bisschen enttäuschend“, sagte Winter. Sowohl Pastorin Mertins als auch die Vorsitzende des Kirchenvorstands waren gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.