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Göttingen Osterfeuer lodern in der Region
Die Region Göttingen Osterfeuer lodern in der Region
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09:48 02.04.2018
Osterfeuer in Göttingen Grone 2018 Quelle: Peter Heller
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Göttingen

Diejenigen, die ihr Osterfeuer am Sonnabend angezündet haben, konnten bei nahezu aufgeklartem Himmel aber meist auf matschigem Boden feiern. Bis zum Mittag hatte es geregnet, entsprechen durchnässt waren natürlich auch die Holzstapel. In Grone kamen dennoch rund 500 Besucher am Abend an den Langen Reekesweg, um sich gemeinsam mit den Organisatoren von der Feuerwehr an den Flammen zu erfreuen. Die Feuerwehr half beim Anzünden des Strauchstapels mit zwei Gasbrennern ein wenig nach. „Das machen wir aber eigentlich immer“, sagte Ortsbrandmeister Michael Laugsch. Gemeinsam mit Stadtbrandmeister Holger Lehrum freute er sich über die große Besucherzahl. Während die einen Bratwurst und Bier genossen, grillten die Kinder Stockbrot über einem kleinen Feuer – gemeinsam mit der Jugendfeuerwehr. Bis der große, nasse Strauchnschittstapel richtig in Flammen stand dauerte es mehr als eine halbe Stunde - die Kinder hatten aber offensichtlich Spaß daran, erst einmal in den Nebelschwaden des Qualm herum zu toben. Der Groner Besucher Manfred Pilz freute trotz der fast winterlichen Temperaturen über das Osterfeuer. Ein Bier, eine Bratwurst und sich von den Flammen wärmen lassen. „Die Veranstaltung ist doch eine wunderbare Gelegenheit, einmal wieder einige Leute zu treffen, die man lange nicht gesehen hat”, sagte er. Das Osterfeuer, und die Tatsache, dass so viele Besucher auch bei nicht ganz optimalen Bedingungen gekommen sich, das alles sei doch ein gutes Zeichen für das Groner Zusammenleben.

Auftakt mit dem Kinderfeuer in Seulingen

Mit dem Anzünden des Kinderfeuers hat die Feuerwehr in Seulingen den geselligen Osterfeuerabend eröffnet. „In den vergangenen Jahren kamen bis zu 80 Kinder“, berichtete Ortsbrandmeister Hubert Jung. Das sei aber auch immer wetterabhängig. Für die Mitglieder der Feuerwehr wurde es ein langer Tag. Das große Osterfeuer hatten sie am Vormittag aufgestapelt. In diesem Jahr wurden im Feuer unter anderem auch vom Sturm „Friederike“ umgeworfene Bäumen verbrannt. Das Feuer brenne bis etwa gegen Mitternacht, erklärte Jung. Die Asche bleibe sogar bis Mittwoch heiß.

Geselliger Abend

„Wir haben an unserem Feuerwehrhaus den Vorteil eines gepflasterten Untergrunds“, sagte Jung. So müsse niemand auf aufgeweichten Feldern stehen, um sich zu Gesprächen zu treffen. Das nutzten die Seulinger ausgiebig, wie Jung erzählt. Meist kämen 300 bis 400 Menschen an einem Abend. Es sei aber ein regelmäßiger Wechsel, nur wenige blieben den gesamten Abend. Zusätzlich zu Bratwurst und Steak bietet die Seulinger Feuerwehr seit etwa zehn Jahren einen speziellen Osterdöner an, bestehend aus Leberkäse, Röstzwiebeln und Krautsalat.

Am Osterwochenende loderten vielerorts in der Region Osterfeuer.

Reste aus dem vergangenen Jahr

Rückblickend auf das vergangene Jahr schwingt bei Gerd Bode, Vorsitzender des Gieboldehäuser Schäferhundevereins, immer noch etwas Groll in der Stimme mit. Am Gründonnerstag sei das Verbot von der Unteren Naturschutzbehörde gekommen, ihr Osterfeuer anzuzünden. „Wir hatten gar keine Chance, darauf zu reagieren.“ So ein Ausfall bedeute für den Verein auch starke finanzielle Einbußen. „Wir finanzieren uns auch über das Osterfeuer“, erklärt Bode. In diesem Jahr durfte das Feuer wieder neben dem Hundeplatz brennen. Dazu wurden auch die Reste vom vergangenen Jahr aufgestapelt.

Fackelzug zum großen Feuer

Die Mingeröder sehnten an der Halle des Karnevalsvereins den Einbruch der Dunkelheit herbei. Dort versorgte die Freiwillige Feuerwehr ihre Gäste mit Gegrilltem und Getränken. Ein kleines Feuer loderte. Als die Dunkelheit die Regie übernahm, zog der Fackelzug der Jugendfeuerwehr an der Halle vorbei in Richtung großes Osterfeuer. Die Besucher folgten. Die jungen Feuerwehrleute kreisten den Stapel ein und entzündeten ihn mit ihren Fackeln.

Frühes Osterfeuer in Hettensen am Sonntag

Auch die zweite Runde der Osterfeuer – die, die am Sonntag angezündet wurden – hat in vielen Orten Südniedersachsens tausende Besucher angelockt. Wie schon bereits am Sonnabend hatten die Veranstalter der Brauchtums-Feuer ein wenig Glück mit dem Wetter. Noch am Mittag gingen örtlich Schnee-Regen-Schauer runter. Am Abend dann klarte es auf und in vielen Orten ließ sich bis zum Einbruch der Dunkelheit gelegentlich sogar die Sonne blicken. In Hettensen war es der Verein Florentine, der für die Osterfeuer-Organisation zuständig war. Der Verein zündet traditionell als erster in der Region an – 18.30 Uhr brannte der Stapel bereits. Die Rauchsäule war weit zu sehen. Der frühe Start, so erklärte Hans-Hermann Berger von Verein, „das machen wir für die Kinder“. Rund 150 Gäste fanden sich Am Osterfeuerplatz ein.

Osterlicht entzündet Weihnachtsbäume

Mehr als 500 Besucher kamen zum Osterfeuer am Regenrückhaltebecken zwischen Duderstadt und Ecklingerode. Mitglieder des Duderstädter Pfadfinderstammes St. Cyriakus hatten zuvor auf dem Parkplatz unterhalb des Jugendgästehauses ihre Fackeln angezündet. Das Osterlicht brachten die Pfadfinder zum Abbrennplatz, wo Propst Bernd Galluschke das Feuer segnete. „Wir haben es in der Hand, diese Schöpfung, diese Welt, unsere Gesellschaft zu gestalten. Dafür brauchen wir Licht und Hoffnung, Mut und Kraft und Energie“, betonte er. „Mir gefällt, dass man hier als Gemeinschaft das Feuer anzündet“, sagte die zwölfjährige Nele Fuhrmann aus Mingerode.

Mit den Einnahmen aus der Osterfeuer-Veranstaltung möchten die Pfadfinder ihre Gruppenarbeit mit Kindern und Jugendlichen finanzieren. „Wir wollen Familien unterstützen, damit deren Kinder mit ins Zeltlager fahren könnten“, berichtete Vorstandsmitglied Henriette Kellner. Außerdem stehe der Kauf eines neuen Zeltes an und auch für Leiterausbildungen sowie Material werde Geld benötigt, ergänzte Stammesvorsitzender Matthias Kellner.

Osterfeuer im Überblick

Eine Übersicht aller Osterfeuer in der Region finden Sie unter gturl.de/Osterfeuer.

Von Rüdiger Franke, Britta Bielefeld und Axel Artmann

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