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Göttingen Paarungszeit der Rehe: Gefahr für Autofahrer in Göttinger Region
Die Region Göttingen Paarungszeit der Rehe: Gefahr für Autofahrer in Göttinger Region
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10:37 30.07.2014
Von Matthias Heinzel
Ausnahmezustand: Während der Paarungszeit ist liebestolles Rehwild nicht zu halten. Quelle: Landesjägerschaft / Brillen
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Göttingen

„Der Fortpflanzungstrieb“, erläutert Kreisjägermeister Alfred Ballhausen, „verdreht vielen Lebewesen den Kopf, auch dem Rehwild.“ Die Paarungszeit steuere Ende Juli ihrem Höhepunkt zu und setze sich bis Ende August fort: „In dieser Zeit folgen die Tiere in erster Linie ihren Hormonen. Rehe sind dann blind vor Liebe und riskieren während dieser Zeit allzu oft ihr Leben, wenn sie Straßen überqueren.“

Die Ricke, das weibliche Reh, legt ihr Kitz in sicherer Deckung ab und lockt den Bock mit Fiep-Lauten. Außerdem sondert die Ricke während der Brunft aus Duftdrüsen einen verlockenden Duftstoff aus Sexuallockstoffen ab. „Über hunderte von Metern“, erläutert Ballenhausen weiter, „folgt der Rehbock der betörenden Witterung zum weiblichen Stück und treibt es oft in wilder Flucht vor sich her, bis es zur Paarung kommt.“

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Bis in die Nacht andauernde Erntearbeiten

In dieser Zeit sei das Fluchtverhalten der Rehe weniger stark ausgeprägt. Ballhausen: „Sie sind weniger vorsichtig, und Abstände zu Menschen und Straßen werden kaum oder gar nicht beachtet. Anders als sonst sind die Tiere jetzt auch äußerst tagaktiv, so dass während dieser Zeit Autofahrer rund um die Uhr mit Wildwechsel rechnen müssen.“

Verschärfend, warnt der Kreisjägermeister, komme in diesen Wochen noch die Erntezeit hinzu: „Innerhalb weniger Tage verändert die Landschaft ihr Gesicht. Getreidefelder, die bisher noch Schutz und Deckung boten, sind plötzlich verschwunden. Dieser sogenannte Ernteschock nehme dem Wild nicht nur die Deckung, sondern beunruhige es noch zusätzlich durch die oft bis in die Nacht andauernden Erntearbeiten.

Komme es dennoch zu einem Wildunfall, erklärt Ballhausen, „muss zunächst die Unfallstelle gesichert und die Polizei benachrichtigt werden.“ Aus Tierschutzgründen solle dies auch dann geschehen, wenn das Tier geflüchtet ist: Jäger können ein verletztes Tier dann von seinem Leiden erlösen.