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Göttingen Parkgelände zwischen Waldorf- und Hainbundschule: Fahrrad-Sicherheitstag in Weende
Die Region Göttingen Parkgelände zwischen Waldorf- und Hainbundschule: Fahrrad-Sicherheitstag in Weende
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17:41 25.06.2013
Von Jörn Barke
Trial-Show mit Spezialrädern: Die Brüder Nick, Robin und Justin (v.l.) begeistern die Schüler beim Fahrrad-Sicherheitstag in Weende.
Trial-Show mit Spezialrädern: Die Brüder Nick, Robin und Justin (v.l.) begeistern die Schüler beim Fahrrad-Sicherheitstag in Weende. Quelle: Barke
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Weende

Sie sind mit ihren Lehrern zum ersten Weender Fahrrad-Sicherheitstag gekommen, der auf dem Parkgelände zwischen Waldorf- und Hainbundschule veranstaltet wird. Mit Trial-Fahrrädern, erklärt Polizist Marko Otte, Kontaktbereichsbeamter der Region, den jungen Besuchern, darf man natürlich nicht auf der Straße fahren. Denn die leicht gebauten Räder haben weder Licht noch Sattel. Was zu einem verkehrssicheren Fahrrad gehört, darüber können sich die Schüler an einer anderen Station informieren und dabei auch das eigene Rad checken lassen.

Nachmachen sollen die Besucher natürlich auch nichts aus der Trial-Show. In einer Sache haben die drei Trial-Fahrer – Söhne Ottes – jedoch unbedingt Vorbildfunktion, wie der Polizist betont: „Beim Fahrradfahren immer Helm auf“, sagt er in Richtung Besucher. 350 bis 400 Kinder erwartet Otte den Vormittag über. Angesagt zu dem Fahrrad-Sicherheitstag haben sich neben der Hainbund- und der Waldorfschule auch die Hennebergschule und die Schule am Tannenberg.

85 Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Radfahrern 2013

Ziele des Tages seien die Vermeidung von Verkehrsunfällen und die Verminderung von Unfallfolgen, erklärt Otte. Im Göttinger Stadtgebiet habe es in diesem Jahr 85 Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Radfahrern gegeben. Dabei seien 82 Radfahrer verletzt worden, zehn davon schwer. Deshalb gelte es zu erreichen, dass Kinder mit Helm und einem verkehrssicheren Rad fahren. Zugleich solle auch gezeigt werden, dass Radfahren attraktiv, umweltfreundlich und gesund ist.

Zu den weiteren Stationen beim Sicherheitstag zählen eine Helmberatung, ein Fahrradparcours zum Üben und ein Krankenwagen, den die Kinder besichtigen können. Beim Fahrrad-Parcours der Verkehrswacht können die Schüler ihre eigenen Fähigkeiten testen. An einem Polizei-Lastwagen wird zudem durch Abmessungen der tote Winkel sichtbar gemacht. Schüler können sich selbst ans Steuer setzen und erkennen, dass in dem mit dem Rückspiegel nicht einsehbaren Bereich neben dem Lastwagen locker eine ganze Schulklasse Platz hat.

Geschwindigkeitsmessung per Laser

Auf der Ernst-Fahlbusch-Straße messen Kollegen von Otte vor der Hainbundschule per Laser die Geschwindigkeit der vorbeifahrenden Autos.  Erlaubt sind maximal 30 Stundenkilometer, doch Philipp Rohloff kann gleich reihenweise Fahrer auf den Parkplatz winken. Viele sind mit 40 oder mehr Stundenkilometern unterwegs.

Und alle Temposünder haben eine Ausrede: Termindruck, Kind im Auto hat geschrien, auf dem Weg zur Beerdigung. Rohloff versucht den Fahrern klarzumachen, dass schon zehn Stundenkilometer mehr den Bremsweg um zwei Wagenlängen verlängern. Im Klartext: Wenn ein Kind plötzlich auf den Zebrastreifen rennt, kann man bei 30 Stundenkilometern noch rechtzeitig bremsen, bei 40 Stundenkilometern wird das Kind erfasst. Die Fahrer haben heute allerdings Glück: Sie müssen kein Geld zahlen, sondern sich nur den kritischen Fragen der Kinder stellen.