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Göttingen Parkinson: Hilfe für Betroffene in Göttingen
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Parkinson: Hilfe für Betroffene in Göttingen

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09:00 11.04.2021
Oberarzt Jens Ebentheuer von der Paracelsus-Elena-Klinik in Kassel zeigt am 13. September 2016 die Röntgenaufnahme eines Gehirns, das Merkmale von Parkinson aufweist. Von 2015 an betrieben Mitarbeiter der Klinik zusammen mit der Universität Göttingen Forschungen über die Ursachen der Parkinson-Krankheit.
Oberarzt Jens Ebentheuer von der Paracelsus-Elena-Klinik in Kassel zeigt am 13. September 2016 die Röntgenaufnahme eines Gehirns, das Merkmale von Parkinson aufweist. Von 2015 an betrieben Mitarbeiter der Klinik zusammen mit der Universität Göttingen Forschungen über die Ursachen der Parkinson-Krankheit. Quelle: Gerhard Kopatz/epd
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Göttingen

Die Göttinger Selbsthilfegruppe für Parkinson-Patienten weist anlässlich des Welt-Parkinson-Tages (11. April) darauf hin, dass es in Göttingen Unterstützung für Betroffene gibt. Deutschlandweit leiden schätzungsweise etwa 400.000 Menschen an der unheilbaren Krankheit.

Der weltweite Aktionstag wurde 1997 ins Leben gerufen und findet am Geburtstag des englischen Arztes James Parkinson statt. Dieser beschrieb 1817 erstmals die Symptome der später nach ihm benannten neurologischen Erkrankung. „Die Diagnose Parkinson ist ein tiefer Einschnitt in die bisherige Lebensplanung. Bislang gibt es keine Heilung und auch keine Therapie, die die Erkrankung verhindert oder vollständig zum Stillstand bringt“, erklärt Rosemarie Dalchow, Leiterin der Göttinger Parkinson-Selbsthilfegruppe.

Ursache für Parkinson: Mangel an Dopamin

Parkinson tritt überwiegend in einem Alter von 50 bis 60 Jahren auf, ein erheblicher Teil der Betroffenen ist aber auch deutlich jünger (teilweise unter 40 Jahre). Ursache der Erkrankung ist ein Mangel des Nervenbotenstoffs Dopamin, der für die Steuerung von körperlichen und geistigen Bewegungen benötigt wird.

Typische, durch diesen Mangel hervorgerufene Symptome sind ein Tremor (das bekannte Zittern der Hände, Arme und auch Beine, auch Schüttellähmung genannt). Andere Formen der Erkrankung sind der Rigor (Versteifung der Muskeln und dadurch eine zunehmende Unbeweglichkeit) sowie die Akinese bzw. Bradikinese (Verlangsamung der Bewegungsabläufe).

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Parkinson ist eine langsam fortschreitende Krankheit, und einige Symptome lassen sich gezielt behandeln, sodass viele Patienten noch Jahre, teils auch Jahrzehnte, ein weitgehend normales Leben führen können. Trotzdem ist es schwer, die Krankheit allein zu bewältigen. Unterstützung bietet die Selbsthilfegruppe in Göttingen als regionale Gruppe der deutschen Parkinson Vereinigung (dPV). Sie wurde schon vor 38 Jahren gegründet.

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Austausch als Hilfe zur Bewältigung der Krankheit

Der Gedankenaustausch mit Betroffenen und deren Angehörigen ist ein wichtiger Bestandteil für die Bewältigung der Krankheit. Er sorgt für mehr Information und Verständnis und hilft, die Lebenssituation zu verbessern. Zu den Gruppenaktivitäten gehörten vor den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie monatliche Treffen, die mit Referaten und Vorträgen begleitet wurden.

So lassen sich wichtige Informationen über die Krankheit durch kompetente Neurologen und andere Fachkräfte übermitteln. Auch gesellige Nachmittage und einmal im Jahr ein Ausflug gehören zu den traditionellen Zusammenkünften der großen Parkinson-Gruppe. Sie zählt derzeit etwa 80 Mitglieder.

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Die getrennten Gesprächskreise für die Betroffenen und Angehörigen werden durch eine kompetente Gesprächsleitung einmal im Monat durchgeführt. Es hat sich gezeigt, dass der Austausch in einer kleineren Gruppe für das Verständnis und den Umgang mit der unheilbaren Krankheit Morbus Parkinson von großer Hilfe sind.

Inzwischen gibt es auch eine Gruppe von „Jung Erkrankten“. Sie haben die Möglichkeit einer digitalen Vernetzung, was in Corona-Zeiten ein kleiner Ersatz für die persönlichen Begegnungen ist. Näheres erfährt man über die Gruppenleiterin der Göttinger Parkinson-Selbsthilfegruppe.

Zusammenarbeit mit Universiätsmedizin Göttingen

Die gute Zusammenarbeit mit der Neurologie im Klinikum der Universität Göttingen besteht schon seit etlichen Jahren. Es ist auch der Initiative der Parkinson-Selbsthilfegruppe in Göttingen zu verdanken, dass die Stelle einer „Parkinson Nurse“ im Klinikum vor einigen Jahren eingerichtet wurde.

Diese Stelle teilen sich zwei für Parkinson ausgebildete Krankenschwestern. Sie haben inzwischen ein großes Aufgabengebiet übernommen und sind in ständigem Kontakt zu der Parkinson-Selbsthilfegruppe. Ebenfalls eine gute Zusammenarbeit gibt es mit den Schulen der Universitätsmedizin in den Fachrichtungen Logopädie und Physiotherapie.

Doch durch die Einschränkungen der Corona-Pandemie sind diese gesundheitsfördernden Maßnahmen zum Bedauern der Erkrankten schon seit einem Jahr nicht möglich. Die Gruppe hofft aber, dass es bald einen Lichtblick gibt, um die beschriebenen Aktivitäten dann schnellstmöglich wieder fortsetzen zu können.

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In der Vergangenheit war es für neu Erkrankte auch eine Hilfe, sich telefonisch oder per Mail mit der Gruppenleiterin in Verbindung zu setzen. Das ist auch in Corona-Zeiten möglich. Denn am Anfang nach der Diagnosestellung gibt es viele Fragen, die von Erfahrenen zum großen Teil beantwortet werden können.

Kontakt per Telefon, Mail oder Homepage

Rosemarie Dalchow steht für eine telefonische Kontaktaufnahme zur Verfügung und ist unter der Telefonnummer 0551 / 379 18 18 zu erreichen. Ihre Mail-Adresse lautet: dPV-goettingen@parkinson-mail.de. Die Homepage der Göttinger Parkinson-Gruppe finden Interessierte unter der Adresse parkinson-goettingen.de. Dort sind auch die Aktivitäten der Gruppe vor den Corona-Einschränkungen nachzulesen.

Von mr/r