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Göttingen „Partymeile“ am Göttinger Leinekanal: Grüne kritisieren Stadtverwaltung
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„Partymeile“ am Göttinger Leinekanal: Grüne kritisieren Stadtverwaltung

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17:39 17.07.2020
Das Christian-Gottlob-Heyne-Ufer, ein Fußweg zwischen Groner Straße und Goetheallee in der Neustadt entlang des Leinekanals, hat sich zur neuen Partymeile der Stadt entwickelt. Quelle: Christina Hinzmann / GT
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Göttingen

Der Leinekanal in Göttingen hat sich offenbar in den vergangenen Wochen zur Partymeile entwickelt. Einen Teil der Anwohner scheint das zu stören. Nach Angaben der Grünen-Fraktion im Rat der Stadt hat die Stadtverwaltung trotz Beschwerden erklärt, dafür nicht zuständig zu sein. „Diese Haltung der Stadt ist unbegreiflich. Genau dafür haben wir doch im Sicherheits- und Ordnungskonzept der Stadt Göttingen das Format „Stadt vor Ort“ integriert. Nur mit Blick darauf haben wir uns 2018 dafür entschieden, unseren Antrag „Night Mayor für Göttingen“ für erledigt zu erklären“, erklärte nun Dagmar Sakowsky (Bündnis 90/Die Grünen) in einer Mitteilung ihrer Fraktion.

Der Night Mayor sei als unabhängiger Vermittler zwischen feiernden Menschen und den Anwohnern der Innenstadt gedacht, heißt es im Pressetext weiter. Seine Aufgabe sei es, Ansprechperson für Anwohner, Clubbetreiber, Gastronomie, Feiernde und Politik zu sein und dabei sowohl präventiv als auch schlichtend zu handeln.

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„Wir sind gerne bereit, den Antrag auf einen Night Mayor erneut zu stellen, sollte die Verwaltung mit ihrem Konzept „Stadt vor Ort“ nicht überzeugen können“, wird Sakowsky in der Pressenotiz zitiert. Und weiter: „Die Stadt ist hier im Wort, zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln und gemeinsam mit diesen eine Lösung zu erarbeiten.“ Daher hätten die Grünen im Rat der Stadt für die nächste Ausschusssitzung eine Anfrage eingereicht. Darin will die Fraktion wissen, wann die Stadtverwaltung das Format „Stadt vor Ort“ am Leinekanal umsetzt und ob sie daran festhält, keinen Night Mayor zu brauchen. Außerdem soll geklärt werden, wie die Verwaltung in Zukunft mit solchen Beschwerden umgehen will.

Dazu Sakowsky: „Die Antwort auf die Fragen ist uns die Verwaltung schuldig – und das nicht erst nach der Sommerpause, sondern sobald sich offensichtlich ein Konfliktfeld in der Stadt Göttingen auftut. Dafür haben wir das Sicherheits- und Ordnungskonzept.“

Von Yasmin Dreessen