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Göttingen Pelzermittler auf Göttingens Straßen unterwegs
Die Region Göttingen Pelzermittler auf Göttingens Straßen unterwegs
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15:00 14.01.2019
Simone Sommerfeld vom Deutschen Tierschutzbüro patrouilliert in Göttingens Innenstadt. Quelle: Scharf
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Göttingen

In jedem Winter kommen sie wieder in Mode: die pelzbesetzten Kragen, Schals und andere haarige Modeaccessoires. Laut Angaben der Hersteller handelt es sich mehrheitlich um Kunstfell. Die Pelzpolizei geht auf Streife.

Simone Sommerfeld steht am Göttinger Nabel und hält einen Schal in der Hand, der am Rand mit Tierhaar besetzt ist. Sie hat ihn für wenige Euro gekauft. Laut Hersteller besteht das gute Stück zu 100 Prozent aus Polyacryl. „Der Test hat aber gezeigt, dass es sich um Tierpelz handelt“, erklärt die Tierschützerin. Sie ist seit Ende November mit ihrer Kollegin Julia Weibel in Deutschen Städten als selbst ernannte Pelzpolizistin unterwegs, um auf die Machenschaften der Modeindustrie aufmerksam zu machen.

Tierhaar oft billiger als Kunstpelz

So erklären die beiden Mitarbeiter des Deutschen Tierschutzbüros auch in der Göttinger Innenstadt den Passanten, dass die Verwendung von Tierhaar mittlerweile günstiger ist als die Herstellung von Kunstpelz. Und so verbirgt sich hinter so manchem günstigen angeblichen Kunstfellbesatz ein totes Tier. Sommerfeld holt einen schwarzen puscheligen Schlüsselanhänger aus ihrem Koffer mit „Beweismitteln“ und lässt ihre Gesprächspartner raten, um was es sich handeln könnte. Und obwohl der Fünf-Euro-Artikel billig aussieht, besteht auch er aus echtem Tierhaar.

Die Zahl der Tierfell-Träger in der Göttinger Innenstadt ist in dieser Wintersaison groß. Vor allem Jacken mit Pelzrand scheinen wieder stark im Trend – gerade bei der jüngeren Generation. Entsprechend machen einige Passanten schuldbewusst einen großen Bogen um die beiden Frauen in den Pelz-Ermittler-Uniformen. Andere gehen gezielt auf die beiden zu und suchen das Gespräch. So wie Rita Ernst.

„Furchtbar unnötig“

„Ich finde das widerlich“, kommentiert die Lenglernerin. Auch an ihren Mantelkragen ist ein Pelz geknüpft, allerdings tatsächlich kein echter. Dennoch verspricht sie den Pelzpolizistinnen: „Der kommt sofort ab.“ Denn auch mit künstlichem Tierfell signalisiere man, dass Pelz akzeptabel sei. Das Töten von Tieren für den eigenen Luxus sei in ihren Augen „furchtbar unnötig“. Sie habe sich in der Vergangenheit selbst für das Wohl der Tiere eingesetzt und finde die Aktion des Tierschutzbüros großartig.

Die Tierschützer ziehen auf ihrer Städtetour durch ganz Deutschland und sprechen im Schnitt mit etwa 100 Passante pro Tag. Ihre Botschaft: „Jeder muss sich selbst überlegen, ob er den Trend weiter fördern will“, so Weibel. Die Reaktionen fallen sehr unterschiedlich aus. Sie reichen von einem „das gönne ich mir eben“ der Überzeugungstäter, bis zu Zustimmung von denen, die sich überzeugen lassen und den Pelz sogar noch vor Ort abnehmen.

Drei Testmöglichkeiten

Wer überprüfen will, ob im eigenen Kleiderschrank totes Tier hängt, hat mehrere Möglichkeit, verrät Weibel. Einfaches Pusten gibt bereits einen ersten Hinweis auf die Echtheit des Fells. Tierhaar bewegt sich federleicht im Wind. Als zweiten Test empfehlen die Tierschützer den Blick in die Tiefe. Befindet sich lederne Struktur unter dem Haar, ist es mit großer Wahrscheinlichkeit tierischen Ursprungs. Wer sich dann noch immer nicht sicher ist, sollte einige Haare ausreißen und in eine Flamme halten. Verbranntes Kunsthaar riecht nach Plastik, Fell nach Horn. Abschließend verraten Weibel und Sommerfeld noch die sicherste Methode für ein reines Gewissen: „Am besten ganz auf den Kauf von Pelz verzichten – egal ob echt oder falsch.“

Weitere Informationen bietet das Deutsche Tierschutzbüro im Internet.

Von Markus Scharf

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