Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Maschinenring vermittelt Rübenroder – und jetzt auch Pflegehilfen für Zuhause
Die Region Göttingen Maschinenring vermittelt Rübenroder – und jetzt auch Pflegehilfen für Zuhause
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:55 30.08.2019
Maschinenring Göttingen bietet Hilfe für Zuhause an: Geschäftsführer Jan Hampe, Kundin Christiane Helmers mit Helferin Aneta Lühert, Manuela Greiner (rechts) und Lilli Huck (stehend). Quelle: bib
Anzeige
Rosdorf

Der demografische Wandel macht’s nötig: Immer mehr Menschen werden pflegebedürftig, brauchen Unterstützung. So wie die 83-jährige Rosdorferin Christiane Helmers. Sie ist eine der ersten Kundinnen, die den neuen Service des Maschinenrings Göttingen in Anspruch nehmen. Sie erhält Hilfe im Haushalt. „Das Seniorenheim, das jetzt kann erst einmal noch warten“, sagt die Rentnerin. Die Erleichterung ist groß.

Hilfe nicht nur für Landwirte

Eigentlich ist der Maschinenring Göttingen ein Verein, der Serviceleistungen für Landwirte bietet. Seine Flotte hochmoderner Rübenroder beispielsweise ist demnächst wieder auf den Feldern der Region unterwegs. Zu dem Spektrum gehörte aber auch seit Langem bereits die Betriebshilfe. „Ein Mitarbeiter kümmerst sich dann ums Vieh und um den Hof, wenn ein Landwirt erkrankt ist oder aus anderen Gründen nicht arbeiten kann“, sagt Jan Hampe, Geschäftsführer des Maschinenrings. Er war es auch, der die Idee zum neuen Angebot „Unterstützung im Alltag“ hatte. „Auf einer Tagung mit anderen Vertretern von Maschinenringen wurde solch ein Projekt aus Schleswig-Holstein vorgestellt“, erzählt Hampe. Die Idee griff er auf und diskutierte sie im Vorstand des Göttinger Vereins. „Ralf Bartens, Adalbert Gerhardy und Claus Baumgärtel waren ebenfalls begeistert“, so Hampe. Also begannen die Maschinenring-Mitarbeiterinnen Manuela Greiner und Lilli Huck mit den Vorbereitungen. Ein Problem: gutes Personal zu finden, so Greiner. Über Mundpropaganda und Landfrau Inke Teuteberg stieß das Team auf Aneta Lühert. „Ich war vorher in einem Altenheim tätig, wollte mich aber verändern“, erzählt sie. Und so kam es, das Lühert die erste Mitarbeiterin des neuen Projektes wurde.

Hilfe im Alltag, keine Krankenpflege

„Wir mussten zunächst einen Kurs bei den Maltesern in Duderstadt absolvieren“, erklärt sie. Auch ein Erste-Hilfe-Kurs sei Voraussetzung für die Arbeit. „Krankenpflege machen wir nicht“, sagt Lühert. Es gehe um Hilfe im Alttag. „Sie macht mein Schlafzimmer immer so schön“, sagt Kundin Helmers und strahlt. Auch im Garten hilft Lühert manchmal, beispielsweise beim Tragen der Gießkannen. „Ich leide unter Schwindel und Gleichgewichtsstörungen“, sagt Helmers. Die Seniorin kommt noch gut alleine zurecht, aber eben nicht immer. „Ich bin in der Reha darauf aufmerksam gemacht worden, dass mir diese Hilfe zusteht“, erzählt die Rosdorferin. Über die Ämter sei dann an den Maschinenring vermittelt worden. „Ich hatte zuvor schon versucht, bei anderen Diensten unterzukommen, das hat nicht geklappt“, sagt die 83-Jährige. Mit Lühert klappe es auf Anhieb. „Man muss sich ja auch sympathisch sein, immerhin öffnen die Patienten ihr Haus“, sagt Huck. „Ich habe Glück gehabt“, sagt Helmers.

Voraussetzung: Pflegegrad eins

„In dem Bereich der haushaltsnahen Dienstleistungen stehen jedem Pflegebedürftigen in der häuslichen Pflege ab Pflegegrad eins monatliche Zuschüsse durch die Krankenkasse, unabhängig vom Pflegegeld, zu“, erklärt Hampe. Seiner Erfahrung nach gebe es in „fast jeder Familie“ Bedarf dafür. Nach etwa einem halben Jahr Vorlauf seien nun die Voraussetzungen für die Anerkennung durch das niedersächsische Landesamt für Soziales, Jugend und Familie geschaffen. „Die Genehmigungen wurden uns im Juli erteilt.“ zeitgleich sei der Service bei den Pflegelotsen des Verbandes der Ersatzkassen sowie demSenioren- und Pflegestützpunkt im Landkreis Göttingen gelistet.

Die ersten vier Kunden werden bereits betreut. Hampe möchte, dass es in Zukunft mehr werden. Noch können sich Interessenten als Helfende und als Hilfesuchende unter Telefon 0551/ 488887-11 melden. Die 83-jährige Christiane Helmers jedenfalls sagt: „Ich kann jetzt wieder getrost in die Zukunft blicken.“

Von Britta Bielefeld