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Göttingen Pilzbefall: 140 Jahre alte Blutbuche gefällt
Die Region Göttingen Pilzbefall: 140 Jahre alte Blutbuche gefällt
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19:40 17.08.2011
Von Katharina Klocke
War der markanteste Baum im Eingangsbereich des Alten Botanischen Gartens: die riesige Blutbuche im Kübelpflanzenbereich.
War der markanteste Baum im Eingangsbereich des Alten Botanischen Gartens: die riesige Blutbuche im Kübelpflanzenbereich. Quelle: Weis
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Gartenkustos Michael Schwerdtfeger bittet alle Gäste des Gartens an der Unteren Karspüle um Verständnis: „Niemand fällt gern einen ehrwürdigen Baum, aber uns blieb keine andere Wahl.“ An einem stürmischen Tag sei der Hauptast der mehr als 20 Meter hohen Buche herausgebrochen, habe auf dem Vorplatz der Orangerie mehrere Kübelpflanzen und eine Pergola zerstört. Ein Sachverständiger nahm den Baum unter die Lupe. „Dabei wurden drei verschiedene Pilzerkrankungen festgestellt“, berichtet die Biologin Gabriele G. Weis, im Alten Botanischen Garten zuständig für die Grüne Klasse. Davon betroffen sei im übrigen auch die benachbarte Catalpa, die ebenfalls gefällt werden müsse.

Dass der Baum kränkelte, war bereits bekannt. Wie schwer allerdings, sei im Frühjahr noch nicht ersichtlich gewesen. Das habe erst der Astabbruch offenbart, sagt Weis. Offenbar verschlechterte sich sein Zustand durch die trockene Witterung im Frühjahr und den feuchten, warmen Sommer. Angesichts der Schäden, die der fallende Ast anrichtete, „haben wir Glück gehabt, dass niemand verletzt wurde“.

Die Rodung begann am Dienstagmorgen. Für die bevorstehende Aquarienausstellung und die Victorianächte (Tageblatt berichtete) solle der Eingangsbereich zu den Gewächshäusern wieder ansprechend gestaltet werden, erklärt Weis. Der Pilz sitze auch im Stumpf der Blutbuche, deshalb müssten die Baumreste ebenfalls entfernt werden. Auch eine Bodensanierung stehe an. „Anschließend werden wir uns Gedanken über einen würdigen Nachfolger machen.“