Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Piraten kritisieren Verengung Weender Straße
Die Region Göttingen Piraten kritisieren Verengung Weender Straße
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:11 26.05.2017
Von Michael Brakemeier
Um vier Meter soll die Weender Straße im Zuge eines geplanten Neubaus des Gothaer Hauses schmaler werden - von 25,4 auf 21,3 Meter. Quelle: Hinzmann
Anzeige
Göttingen

Die geplante Verengung der Straße werde nicht dazu führen, dass sich Gäste der angrenzenden Einkaufspassage der nördlichen Innenstadt willkommen fühlen. Bereits jetzt kämen sich Passanten und ein- und aussteigende Busfahrgäste in die Quere, heißt es in einer Mitteilung der Piraten. »Sollte es noch enger werden, wird das der Horror, und die Menschen denken nur noch 'Bloß schnell weg hier'. Die Stadt darf das Interesse eines einzelnen Investors nicht höher ansetzen als das der Bevölkerung und der Betreiber der angrenzenden Geschäfte, die keine Kunden verlieren wollen«, sagte Francisco Welter-Schultes, Mitglied des Bauausschusses. 

Im Rat hatte die Piraten-und-Partei-Ratsgruppe den Antrag gestellt, die Straße probeweise in einer Testphase zu verengen und die Bürger im Anschluss nach ihrer Meinung zu befragen. Mit der Ratsmehrheit aus SPD, CDU und Grünen hatte der Rat das aber als wenig zielführend, zu unpräzise und zu unrealistisch abgelehnt. Vor allem die SPD beruft sich auf die Planungskompetenz der Stadtverwaltung. 

"Die Bevölkerung nimmt auf der Seite des Gothaer Hauses derzeit ein im Grundbuch eingetragenes öffentliches Wegerecht wahr, das in einem Fußweg unter den Arkaden seinen Ausdruck findet. Es ist schwer vorherzusagen, ob das Aufgeben des Wegerechts und damit die Verengung der Straße um etwa 4 Meter an diesem stark frequentierten Verkehrsknotenpunkt funktioniert", heißt es in dem Antrag. 

Die Piraten fordern nun, die Breite des Straßenraumes von 25,40 Meter beizubehalten. "Wenn der Investor keine Arkadenlösung möchte, muss er das Gebäude zurücksetzen und hat dadurch weniger Platz im Gebäude zur Verfügung", heißt in der Mitteilung. Ach unter dem Aspekt der Verkehrssicherheit sei die Verengung problematisch. Der gleichzeitige Rad- und Busverkehr in den Einbahnstraßen Jüdenstraße und Stumpfebiel sei grenzwertig.

"Wenn im Begegnungsverkehr an der Weender Straße zwischen zwei Bussen nur noch zwei Meter Platz ist und Radfahrer dazwischen geraten, werden noch gefährlichere Situationen entstehen - insbesondere dann, wenn Busse um die Kurve fahren und hinten ausschwenken." Bei hohem Verkehrsaufkommen könnten Rettungsfahrzeuge zudem wertvolle Sekunden durch kompliziertes Rangieren verlieren.