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Göttingen Pläne für Lokhallenanbau
Die Region Göttingen Pläne für Lokhallenanbau
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19:57 20.03.2012
Ansicht von oben: der Neubau mit drei Bauabschnitten.
Ansicht von oben: der Neubau mit drei Bauabschnitten. Quelle: GWG
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Göttingen

Nach mehreren Bauphasen soll in etwa zehn Jahren ein 190 Meter langer und fast 40 Meter breiter Riegel parallel zwischen Lokhalle und Leineaue stehen: die Neue Lokhalle.

Am Dienstag hat die städtische Wirtschaftsförderungsgesellschaft inklusive Lokhallenmanagement (GWG) den Sieger unter vier Vorschlägen vorgestellt. Die GWG hatte gezielt Architekturbüros aufgefordert, ein sogenanntes Gestaltungsgutachten zu erstellen – eine Art Architektenwettbewerb. Hintergrund: Seit zehn Jahren wachse der Betrieb Lokhalle unaufhörlich, „wir nähern uns der 300-Tage-Auslastung“, erklärte GWG-Geschäftsführer Klaus Hoffmann. Es müssten aber auch viele Anfragen abgewiesen werden.  Denn mit ihrer Größe und Struktur entspreche die Halle nicht mehr heutigen Kundenwünschen.

3500 Quadratmeter zusätzlich

Im Westschiff der Lokhalle seien durch einen Umbau zwar gerade erst 1000 Quadratmeter Fläche für erweiterte Messen und andere Veranstaltungen geschaffen worden, das reiche aber nicht aus. „Wir brauchen etwa 3500 Quadratmeter zusätzlich – als Großfläche, aber auch mit mehr Flexibilität für kleinere Veranstaltungen. Nur so könne sich die Lokhalle in Zukunft auf dem Markt wirtschaftlich gut positionieren. Eine weitere Vorgabe für die Architekten: Ein An- beziehungsweise Neubau sollte die ungewöhnliche und denkmalgeschützte Lokhalle nicht an den Rand drängen.

Mit dem Siegermodell des Berliner Architekturbüros  Anderhalten sei das gelungen, sagte Jochen Schwieger, Göttinger Architekt und Mitglied der Jury, die die Entwürfe bewertete. Der langgezogene Bau verstelle zwar die Lokhalle zur Leine, wirke durch einen transparent gehaltenen oberen Teil aber flach und schlicht.

Anpassung an "Altkörper"

Zugleich passe er sich mit einem rötlich gehaltenen Riegel im unteren Bereich gut dem „Altkörper“ Lokhalle an. Und es gelinge, den recht engen Bereich zwischen einer Leinebiegung und der Lokhalle optimal zu nutzen, ohne zerstörerisch zu wirken. Auch innen decke der Entwurf alle zuvor gesetzten Anforderungen ab und gehe sogar darüber hinaus, ergänzte Hoffmann:
• ein Lagerbereich (Bauabschnitt 1 an der Südflanke) als Ersatz für des gerade umgestaltete Westschiff der Lokhalle,
• dann eine große flexibel nutzbare neue Messehalle (2. Abschnitt),
• und an der Nordflanke später ein Tagungsbereich (3. Bauabschnitt).

Zwischen Messehalle und Tagungsbereich hat Architekt Claus Anderhalten ein großes Atrium mit durchgehender Sicht zur Leine geplant – „vielleicht als zukünftiger moderner Eingangsbereich“. Der Lagerbereich werde bereits ab Sommer für 1,5 Millionen Euro gebaut, so Hoffmann. Wann die weiteren Abschnitte folgen und wie viel sie kosten werden sei noch völlig offen. „Aber wir finanzieren alles selbst und ohne städtische Zuschüsse“, so Hoffmann. Das sei durch die erwartete Auslastung der Hallen möglich.

Auch die drei anderen Gestaltungsvorschläge seien ausgesprochen gut gewesen, betonte Schwieger. In den präsentierten Plänen wirkten sie auffälliger und verspielter. Ab sofort werden alle Entwürfe im Medienhaus, Bahnhofsallee 1b, in einer Ausstellung gezeigt.