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Göttingen Pläne für ehemaliges IWF-Gelände in der Kritik
Die Region Göttingen Pläne für ehemaliges IWF-Gelände in der Kritik
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19:35 10.10.2012
Von Michael Brakemeier
Blick in den in den Hinterhof: Entwurf für das neue Wohnquartier.
Blick in den in den Hinterhof: Entwurf für das neue Wohnquartier. Quelle: Dietrich / Untertrifaller
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Göttingen

Statt der geplanten zehn mehrgeschossigen Neubauten mit rund 170 Wohnungen mit „gehobenen“ Standard müsste laut Scheibler vielmehr die Ansiedlung von wissenschaftlichen Einrichtungen auf dem knapp 33 000 Quadratmeter großen Gelände im Vordergrund stehen. „Arbeitsplätze fehlen im Ostviertel, insbesondere auch hochqualifizierte, wie sie das IWF geboten hatte. Im städtebaulichen Leitbild findet sich denn auch konsequenterweise das Ziel einer stärkeren Durchmischung von Wohnen, Arbeiten, Bildung und Versorgung“, erläutert Scheibler weiter.

Für Investoren seien heute Wohnungen aber rentabler und so räume die Verwaltung „eilfertig“ alle Hindernisse aus dem Weg. Gleichzeitig, so Scheibler, fehlten im Wohnungsbau eher günstige Familienwohnungen. „Mit dem in den Himmel gelobten Projekt wird aber eine einseitige Nutzungs- und Sozialstruktur gefördert.“

Kritik übt der Verein auch an den geplanten 350 Parkplätzen. Sie seien ein deutliches Anzeichen, dass durch die „forcierte Wohnnutzung“ zusätzlicher Verkehr entstehe. „Hinterher braucht sich dann niemand zu wundern, wenn Straßenzüge wieder ausgebaut werden müssen und mehr und mehr Stadtbewohner unter Lärmbelastung leiden“, sagt Scheibler. Der Verein fordert Verwaltung und Politik auf, vor einer Entscheidung neue Vorschläge auszuarbeiten, die den städtebaulichen Zielen entsprechen.