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Göttingen Planfeststellung nach Kompromissen für Starkstromleitung
Die Region Göttingen Planfeststellung nach Kompromissen für Starkstromleitung
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00:20 01.06.2019
Auf einem Testfeld am Reinshof werden die Auswirkungen der Erdverkabelung untersucht. Quelle: Christina Hinzmann
Göttingen

Die letzten Weichen für die 380-Kilovolt-Starkstromleitung Wahle-Mecklar im Raum Göttingen sind gestellt. Die Erörterungsphase für das Großprojekt ist abgeschlossen, die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr kann jetzt den Planfeststellungsbeschluss erarbeiten, voraussichtlich im kommendem Jahr können die Bagger anrollen.

Nach einer ersten Runde im Juni 2016 sind in dieser Woche weitere Stellungnahmen und Einwendungen erörtert worden. Die Pläne seien nach der ersten Beteiligung und Hinweisen noch einmal angepasst worden, sagt Maren Seiffert vom Vorhabenträger Tennet TSO GmbH. Als Bürgerreferentin ist sie für den 48 Kilometer langen Abschnitt C zwischen dem Umspannwerk Hardegsen und der Landesgrenze nach Hessen zuständig. Die größtenteils oberirdisch verlaufende Leitung von Wahle bis Mecklar sei mit etwa 230 Kilometern Länge das größte Netzausbauprojekt im deutschen Drehstromnetz.

Masten und Erdkabel

Zwischen dem Göttinger Ortsteil Hetjershausen und Ohlenhusen in der Gemeinde Rosdorf kommen keine Masten zum Einsatz. Dort ist eine 5,5 Kilometer lange Erdkabeltrasse geplant. Darauf hatten auch die Stadtverwaltung, die Bürgerinitiative „Gegenwind“ und der Ortsrat Hetjershausen, Groß Ellershausen, Knutbühren gedrängt. Ortsbürgermeisterin Heidrun von der Heide (SPD) ist zufrieden mit den Kompromissen, die gefunden wurden. Der Planer habe sich kooperativ gezeigt. Die Trassenführung sei optimiert, der Abstand zur Mittelbergschule vergrößert, der Wunsch nach Erdverkabelung berücksichtigt worden, sagt von der Heide: „Mit dem Verlauf der Leitung können wir leben. Die Tennet-Vorzugsvariante für die Südlink-Stromtrasse steht auf einem anderen Blatt.“

Waldüberspannung oder Schneise?

„Durch zahlreiche Bürgerhinweise konnte der Trassenverlauf bereits in der Planungsphase optimiert werden“, sagt auch Seiffert. Der endgültige Trassenverlauf für das Energiewende-Projekt werde erst bei der Planfestellung festgelegt. Der konstruktive und kontinuierliche Austausch habe dazu beigetragen, dass jetzt nur noch 54 Stellungnahmen der sogenannten Träger öffentlicher Belange und 19 Einwendungen von Privatleuten zu erörtern gewesen seien. Insgesamt wurden im Laufe des Verfahrens 250 Stellungnahmen bearbeitet. Im letzten Erörterungstermin sei es um verfahrens- und eigentumsrechtliche Fragen gegangen, um kleinräumige Trassenanpassungen, kleinere technische Änderungen zum Beispiel beim Material für den Erdkabelabschnitt sowie den Schutz von Mensch und Natur gegangen, teilt Seiffert mit. Breiten Raum habe die Brücken- und Wegenutzung eingenommen. Noch durch Gespräche und ein Gutachten zu klären sei die Forderung der Stadt Hann. Münden mit dem Ortsteil Lippoldshausen auf eine Waldüberspannung statt einer Schneise durch den Wald in diesem Bereich. Der alte Baumbestand, der angeführt wurde, sei noch zu begründen, Tennet sehe keine Notwendigkeit für eine Waldüberspannung.

Die Karte zeigt den geplanten Verlauf der Starkstromleitung Wahle-Mecklar bei Göttingen. Quelle: Tennet

In der Stellungnahme des Landkreises Göttingen hatte im wesentlichen die Abfallbehörde die geringe Rückbautiefe der Mastfundamente, die Denkmalschutzbehörde eine mögliche Beeinträchtigung des Ritterguts Olenhusen zu bedenken gegeben. „Grundsätzlich erkennen wir das Erfordernis der Leitungsführung an, die Entscheidungen der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr auf Basis des Erörterungstermins, gilt es abzuwarten“, sagt Dominik Kimyon, Sprecher der Göttinger Stadtverwaltung. Dass hingegen mit Südlink eine zweite Stromleitung durch städtisches Gebiet führen soll, lehne die Stadt entschieden ab.

Von Kuno Mahnkopf

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