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Göttingen Wenig Frauen im Frauenhaus Göttingen abgewiesen
Die Region Göttingen Wenig Frauen im Frauenhaus Göttingen abgewiesen
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00:19 30.04.2019
Das Frauenhaus Göttingen muss im Jahr 2018 21 Schutz suchende Frauen wegen Platzmangels abweisen. Quelle: epd
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Göttingen

Die Frauenhäuser in Niedersachsen leiden unter Platzmangel. Wie der NDR berichtet, mussten allein in Osnabrück im vergangenen Jahr 533 Frauen und Kinder abgewiesen werden. Auch im Göttinger Frauenhaus fanden Frauen keinen Platz. Doch die Lage ist weniger dramatisch.

„Die Situation hier stellt sich etwas anders dar“, sagt Sara Koch. Sie ist Sozialpädagogin im Frauenhaus Göttingen. „21 Frauen mussten im vergangenen Jahr an andere Häuser verwiesen werden.“ Die Zahl sei womöglich niedriger als in anderen Frauenhäusern, weil das Göttinger Frauenhaus durch die Stadt tagessatzfinanziert, also pro Frau und pro Tag finanziert, wird.

Zehn Plätze für Schutzsuchende

Das bedeutet, die Bewohnerinnen haben eine Wohnfrist, innerhalb derer sie das Haus wieder verlassen müssen. „Die Frauen können nur 16 Wochen im Frauenhaus sein“, erklärt Koch. Dadurch sei mehr Fluktuation vorhanden und das Frauenhaus selten voll belegt.

Zehn Plätze hält das Frauenhaus bereit, auch die Kinder der Schutzsuchenden finden dort einen Schlafplatz. Mehr als die Hälfte der Frauen, die in Göttingen Schutz suchten, kämen aus Stadt und Landkreis. 30 Prozent kämen aus anderen Teilen Niedersachsen in das Frauenhaus, der Rest aus dem Bundesgebiet, berichtet Koch. Jedes Alter sei dabei, obwohl mehr Frauen im Alter von unter 40 Jahren ins Haus kämen.

Hilfe bei Wohnungssuche

76 Prozent der Frauen hätten einen Migrationshintergrund, sagt Koch. „Das liegt nicht daran, dass sie von Gewalt betroffener sind“, meint sie. Vielmehr fehle es ihnen an finanziellen Ressourcen und dem sozialen Hintergrund, um anderswo unterzukommen. „Wir sehen es als Erfolg, dass sie wissen, sie können ins Frauenhaus kommen“, meint die Sozialpädagogin.

Die Mitarbeiter des Hauses helfen den Frauen dann, eine langfristige und sichere Bleibe zu finden. „Wir versuchen unser Möglichstes“, sagt Koch. „Wir unterstützen die Frauen bei der Wohnungssuche.“ Viele Frauen hätten wegen ihres Migrationshintergrunds und durch den Bezug von Arbeitslosengeld Probleme, eine Unterkunft zu finden. Meist hätten sie aber Glück und fänden eine geeignete Bleibe über die städtische Wohnungsbaugesellschaft.

Wohnsituation ein Problem

Den Grund dafür, dass viele Frauen nicht schnell wieder aus den Frauenhäusern in Niedersachsen ausziehen können, sieht Koch auf dem Wohnungsmarkt. „Wir haben lange angekündigt, dass die Wohnungssituation ein Problem ist“, sagt sie. „Zur Not verweisen wir die Frauen nach den 16 Wochen an andere Häuser, die keine Wohnfrist haben.“

Sollte das Frauenhaus in Göttingen tatsächlich einmal voll belegt sein, können die Schutzsuchenden auch in das Osteroder Frauenhaus gehen. Dieses sei aber auch tagessatzfinanziert, sagt Koch. Wenn eine Wohnung bereits in Aussicht steht, könnten auch Anträge gestellt werden, um die 16-Wochen-Frist im Zweifel zu verlängern.

Wer Schutz vor Gewalt und psychosoziale Beratung sucht, kann sich im Frauenhaus Göttingen melden. Von Gewalt betroffenen Frauen und ihren Kindern stehen die vorübergehenden Wohnmöglichkeiten in einer Hausgemeinschaft zur Verfügung. Die Mitarbeiter des Frauenhauses sind täglich telefonisch unter 0551/5211800 und per E-Mail an info@frauenhaus-goettingen.de erreichbar.

Von Norma Jean Levin

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