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Göttingen Ätzende Stoffe in beschädigten Verpackungen transportiert
Die Region Göttingen

Polizei Göttingen kontrolliert Lastwagen an der Autobahn 7 und einer Bundesstraße

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13:11 19.10.2020
Die Polizei hat den Schwerlastverkehr auch an der A 7 kontrolliert. Quelle: Friso Gentsch/dpa
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Göttingen

Ladung, Fahrzeiten, technische Mängel: Beamte der Polizeidirektion Göttingen haben den Schwerlastverkehr an Autobahn und Bundesstraße kontrolliert.

Mehr als 30 Beamte sowie Vertreter mehrerer Behörden – Veterinäramt, Lebensmittelkontrolle des Landkreises Göttingen, Gewerbeaufsichsamt, zentrale Unterstützungsstelle Abfall, Gefahrgut, Gefahrstoffe, Berufsfeuerwehr Göttingen und Niedersächsisches Umweltministerium – waren am Donnerstag, 15. Oktober, an der Schwerpunktkontrolle auf dem Parkplatz Leineholz an der Autobahn 7 und im Bereich der Bundesstraße 6 bei Nienburg beteiligt, teilte die Polizei am Montag mit. Die Einsatzkräfte kontrollierten an diesem Tag 100 Fahrzeuge des Güter- und Personenverkehrs. 73 davon wurden beanstandet, was einer Quote von 73 Prozent entspricht. „Insgesamt wurden 128 Ermittlungsverfahren eingeleitet, 34 Fahrern wurde die Weiterfahrt untersagt“, bilanzierte ein Sprecher.

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Vertreter der an der Kontrolle beteiligten Behörden kontrollierten darüber hinaus zwölf Schwertransporte, von denen nach Angaben der Polizei acht beanstandet wurden. „Den gravierendsten Verstoß beging der Fahrer eines Fahrzeugs, der ätzende und umweltgefährdende Stoffe transportierte, obwohl die Verpackung stark beschädigt war“, berichtete der Sprecher. Der Fahrer musste unter Polizeibegleitung zum Absender im Bereich Göttingen zurückkehren und die Stoffe in geeignete Behältnisse umpacken. Im Ganzen wurden fünf Verfahren eingeleitet.

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Die Polizei sieht die hohe Beanstandungsquote – sie liegt nicht selten bei 70 Prozent – im Wettbewerbsdruck im Güter- und Personenverkehr. „Um wettbewerbsfähig zu bleiben, nimmt die Logistikbranche mitunter Sicherheitsrisiken in Kauf.“ Die Verstöße seien dabei häufig die gleichen: Lenk- und Ruhezeiten würden nicht eingehalten, die Ladung nur mangelhaft gesichert, Transportfahrzeuge seien überladen oder wiesen technische Mängel auf.

Die Folge seien nicht selten schwere Verkehrsunfälle: Allein bis August 2020 kam es auf dem Abschnitt der Autobahn 7, der im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Göttingen liegt, zu 618 Verkehrsunfällen mit Lkw-Beteiligung, vier davon endeten tödlich.

„Das Ergebnis der Kontrolle zeigt, dass auch weiterhin Großkontrollen dieser Art erforderlich sind, um deutliche Zeichen gegen Verkehrsverstöße zu setzen – mit dem Ziel, die Zahl der Verkehrsunfalltoten und -verletzten zu reduzieren“, sagte Maren Jäschke, Leiterin des Dezernats für Einsatz und Verkehr der Polizeidirektion Göttingen, im Nachgang der Schwerpunktkontrolle, die Teil der europaweiten Aktion „Truck & Bus III“, koordiniert vom europäischen Netzwerk „RoadPol“, war.

Von Nadine Eckermann