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Göttingen Unfallstatistik: Mehr Unfallfluchten, mehr verletzte Radfahrer
Die Region Göttingen Unfallstatistik: Mehr Unfallfluchten, mehr verletzte Radfahrer
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00:23 29.03.2019
Der spektakulärste Unfall des Jahres 2018: Der 525 PS starke Mercedes eines Fahranfängers rast Mitte Dezember in den Toilettentrakt der Raststätte Mengershausen. Quelle: Willing
Göttingen

In Stadt und Landkreis Göttingen – ohne die Autobahnen – registrierte die Polizei im vergangenen Jahr 8668 Verkehrsunfälle – 376 weniger als im Vorjahr. Das entspricht einem Rückgang um 4,2 Prozent. Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden verringerte sich um 33 auf 1148 oder um knapp 2,8 Prozent. Besonders deutlich sanken die Zahlen verletzter Kinder und älterer Menschen.

Anders als im Bund und im Land Niedersachsen gab es 2018 im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Göttingen weniger Verkehrstote als im Vorjahr – insgesamt fünf statt zehn, vier davon in der Stadt Göttingen. Im vergangenen Jahr verloren ein 26-jähriger Pkw-Fahrer, eine 64-jährige Fahrradfahrerin, ein 77-jähriger Mitfahrer in einem Krankentransporter, ein 63-jähriger Motorradfahrer und eine 92-jährige Fußgängerin ihr Leben im Straßenverkehr. Die Zahl der Schwerverletzten erhöhte sich hingegen von 199 im Vorjahr auf 207 im Jahr 2018.

Zu schnell

Die Zahl verunglückter Personen ging 2018 von 1479 auf 1428 zurück. Aber nur bei Autofahrern und -insassen – von 893 auf 784. Die Zahl der verletzten Leichtkraftradfahrer blieb mit 69 gleich, bei den Motorradfahrern gab es einen Anstieg von 92 auf 106 und bei den Fußgängern von 90 auf 105. Die Zahl der verletzten Radfahrer stieg von 335 auf 364 (Zahlen einschließlich der Todesopfer).

Hauptursache der Unfälle neben der Ablenkung der Fahrer: zu hohe Geschwindigkeit. Thomas Reuter von der Polizeiinspektion gab ein Beispiel: „Autofahrer, die statt erlaubter 100 Stundenkilometer mit 120 unterwegs sind, würden mit einer Geschwindigkeit von über 70 Stundenkilometern auf ein Hindernis prallen, vor dem ein Fahrzeug mit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit noch zum Stehen gekommen wäre.“

„Jederzeit“ Tempokontrollen

Daher, so Reuter weiter, „wird die Einhaltung der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeiten weiterhin konsequent überwacht. Verkehrsteilnehmer sollten sich jederzeit auf Geschwindigkeitskontrollen einstellen.“

Auffällig sei der starke Anstieg bei der Zahl der Unfallfluchten gewesen, erklärte der Polizeioberrat bei der Vorstellung der Statistik. 2018 registrierte die Polizei 2102 Anzeigen in diesem Bereich, im Jahr zuvor waren es noch 1743 gewesen. Das entspricht einem Zuwachs von etwa 20 Prozent.

897 dieser Fälle konnten aufgeklärt werden, das entspricht einer Quote von 42,7 Prozent (Vorjahr 43,5 Prozent). Die Aufklärungsquote bei Unfallfluchten, bei denen Personen zu Schaden kamen, beträgt gut 56,8 Prozent, erklärte Reuter.

Nicht wenige Autofahrer, bemerkte der Polizeioberrat, seien sich nicht bewusst, dass eine Unfallflucht eine Straftat darstelle und entsprechend verfolgt werde. Letztlich könne danach auch der Führerschein entzogen werden.

Entgegen dem allgemeinen Trend ist die Zahl der verletzten Radfahrer in der Stadt Göttingen stark gestiegen – von 247 Personen im Jahr 2017 auf 277 im Folgejahr (plus zwölf Prozent). Der Anteil der Radfahrer an der Gesamtzahl aller verunglückten Personen im Stadtgebiet (664) beträgt gut 41,7 Prozent (Vorjahr gut 34,5 Prozent). Die Zahl der schwer verletzten Radfahrer stieg von 25 auf 27.

Ampeln ignoriert

Diese Entwicklung sei nicht auf die verstärkte Nutzung von E-Bikes zurückzuführen, erklärte Reuter. Hier gab es 2018 zehn Unfälle (Vorjahr 13). Auffällig sei zudem, dass in mindestens 120 Fällen die Radfahrer die Unfälle verursacht oder zumindest dazu beigetragen hätten. Die häufigsten Unfallursachen: Nichtbeachtung von Ampeln, Fahren auf der falschen Straßenseite, Fahren ohne Beleuchtung und Alkoholeinfluss, sagte Polizeihauptkommissar Torsten Moschkau vom Sachbereich Verkehr.

Auf den Autobahnen im Bereich der Polizeiinspektion Göttingen (7 und 38) wurden im vergangenen Jahr 1172 Verkehrsunfälle aufgenommen und damit 93 mehr als im Vorjahr, erklärte Matthias Rink, Chef der Göttinger Autobahnpolizei. Das entspricht einem Anstieg in Höhe von 8,6 Prozent. Allerdings gab es mit 113 Fällen 8,9 Prozent weniger Verkehrsunfälle mit Personenschaden.

Zwei Tote gab es 2018 auf den Autobahnen im Landkreis Göttingen. In beiden Fällen raste ein Kleinlastwagen in einen Stau.

Von Matthias Heinzel

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