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Göttingen Scheiben nicht eigenmächtig einschlagen
Die Region Göttingen Scheiben nicht eigenmächtig einschlagen
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22:00 30.07.2019
Auch eine heruntergelassene Scheibe hilft bei Tieren nicht, um sie vor der Hitze im Auto zu schützen. Quelle: dpa
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Göttingen

Tiere und Kinder sollten bei warmen Temperaturen nicht im verschlossenen Auto gelassen werden. Doch noch immer kommt dies regelmäßig vor. Wie verhält man sich als Beobachter in einer solchen Situation richtig?

Polizei informieren

Eine Frau aus der Region entschied sich dafür, selbst aktiv zu werden, und holte einen Hund aus einem abgestellten Auto. Als sie den Fall in einem sozialen Netzwerk schildert, erhält sie zum einen Lob, zum anderen aber auch Kritik für ihr eigenmächtiges Verhalten. Der Präventionsbeauftragte der Polizei Göttingen Marko Otte kann den Gedanken, das Tier retten zu wollen, zwar nachvollziehen, verweist aber drauf, dass in einem solchen Fall die Polizei informiert und nicht selbst gehandelt werden sollte. „Dies kann gern über die 110 erfolgen, denn wir sind über diese Hinweise aus der Bevölkerung dankbar“, sagt Otte. Zudem erklärt er, dass die Zeit für einen Notruf immer da sei. Dem Beamten am Telefon sollte dann möglichst genau die Situation vor Ort geschildert werden. „Wir können dann entscheiden, wie vorgegangen werden soll und können, einen Streifenwagen und gegebenenfalls auch einen Wagen der Tierrettung beziehungsweise bei Kindern einen Rettungswagen schicken“, berichtet der Beamte.

Anzeige wegen Sachbeschädigung möglich

Im Allgemeinen sei in solchen Situationen immer zwischen Mensch und Tier zu unterscheiden, denn Letzteres ist juristisch gesehen ebenso wie das Auto, das beim Einschlagen der Scheibe beschädigt wird, eine Sache. „Wenn ein Menschenleben in Gefahr ist, dann ist das Scheibeeinschlagen als Nothilfe gesetzlich abgesichert“, sagt Otte. Bei Tieren hingegen könnte dieses Handeln eine Anzeige wegen Sachbeschädigung zur Folge haben. Anders sehe es allerdings aus, wenn der Beamte am Telefon dem Anrufer nach Angabe der aktuellen Situation die Erlaubnis erteile, die Scheibe einzuschlagen. Auch die Feuerwehr darf nach Angaben von Frank Gloth, Pressesprecher der Göttinger Berufsfeuerwehr nicht ohne Rücksprache mit der Polizei Tiere aus Autos befreien. „Von 2016 bis Ende Juli 2019 hatten wir neun solcher Rettungseinsätze“, berichtet er. In allen Fällen sei die Polizei mit vor Ort gewesen und in nur zwei der Fälle seien die Tiere befreit worden. Spannend findet Gloth, dass es in diesem Jahr bereits vier Fälle gab, im warmen Sommer 2018 hingegen keinen einzigen.

Tipps des Tierschutzbund

Der Deutsche Tierschutzbund gibt folgende Hinweise für Besitzer von Hunden und Katzen, wie sie diese bei Hitze beschäftigen sollten. So sollten Spaziergänge mit dem Hund in die Morgen- und Abendstunden verlegt werden. Ansonsten könne es vor allem bei älteren Tieren zu Kreislaufproblemen kommen. Zudem können Hunde an unbehaarten Stellen Sonnenbrand bekommen, heißt es auf der Internetseite des Tierschutzbundes. Außerdem sollten Hunde die Möglichkeit haben sich an einem kühlen Ort aufzuhalten. Auch Katzen sollten immer die Möglichkeit haben, sich in den Schatten zurückzuziehen. Tieren, die keinen Zugang ins Freie haben, sollte in der Wohnung oder im Haus ein kühler Platz zur Verfügung stehen, empfiehlt der Tierschutzbund. Außerdem warnt er eindringlich davor, Hunde im Auto zurückzulassen, da dies zu einer tödlichen Falle für die Tiere werden könne. „Wer ein Tier bei Hitze im Auto zurücklässt, handelt verantwortungslos und verstößt gegen die Tierschutz-Hundeverordnung. Es reicht nicht aus, den Wagen im Schatten abzustellen“, stellt der Tierschutzverband dar. Beim Transport von Tieren sollte beachtet werden, dass die Tiere sich nur während der Fahrt im Wagen befinden und diesen bei Pausen auch verlassen können. Ein Tierhalter, der unverantwortlich handele, könne dafür nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetz bestraft werden. Entweder mit einer Geldstrafe oder mit einer Freiheitsstraße von bis zu drei Jahren.

Tiere zu Hause lassen

Ansonsten würden die Polizisten des Streifenwagens nach Eintreffen vor Ort gegebenenfalls selbst die Scheibe einschlagen und das Tier befreien. Doch damit Menschen gar nicht erst ein Tier aus einem Auto retten müssen, appelliert Otte daran, Tiere nicht mit zum Einkaufen zu nehmen, sondern zu Hause zu lassen. „Kinder sollten nicht im Wagen gelassen werden, sondern mit in den Markt genommen werden. Denn selbst, wenn man denkt, dass man nur kurz etwas erledigt, so kann es immer sein, dass es aus unvorhersehbaren Gründen länger dauert“, sagt Otte. Er weist außerdem daraufhin, dass es bei Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius nicht ausreichend sei, das Autofenster einen Spalt aufzulassen. „Sein Tier oder Kind im Auto zu lassen, kann katastrophale Folgen haben“, erklärt er.

Von Vera Wölk

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