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Göttingen Polizei sprengt Marihuana-Familienbetrieb
Die Region Göttingen Polizei sprengt Marihuana-Familienbetrieb
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17:54 09.09.2011
Von Matthias Heinzel
Anbau im großen Stil: Insgesamt 289 Pflanzen fanden die Beamten. Quelle: Polizei
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Göttingen / Reyershausen

Nach Erkenntnissen der Göttinger Polizei hatte der Vater die Plantage errichtet und betrieben, während der 15-jährige Sohn die berauschenden Produkte an seiner Schule zu Geld machte.

Aufgeflogen war die Sache am Freitag vergangener Woche, als mehrere Schüler – laut Polizei „einer weiterführenden Göttinger Schule“, nach Tageblatt-Informationen der IGS Geismar – sich einer Lehrerin anvertrauten und ihr berichteten, dass der 15-Jährige dort seit geraumer Zeit Marihuana verkaufe. Dabei wurden dem jugendlichen Marihuana-Vertriebsleiter offenbar seine aggressiven Verkaufspraktiken zum Verhängnis: Wenn Abnehmer nicht rechtzeitig zahlten, seien sie unter Druck gesetzt worden.
Die Lehrerin informierte unverzüglich die Polizei. Als die Beamten den Jungen in der Schule durchsuchten, fanden sie bei ihm prompt eine kleinere Menge Marihuana, verkaufsfertig abgepackt in Klemmtüten.

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Die Polizei erwirkte umgehend einen Durchsuchungsbeschluss und erschien noch am gleichen Tag vor dem Haus des Vaters – nach Tageblatt-Informationen in einer Straße in Reyershausen. Dort fand sie in mehreren Kellerräumen neben der Plantage und den Fertigprodukten auch Zubehör zur Marihuana-Verarbeitung wie Digitalwaagen, Klemmtüten und eine Marihuana-Mühle. Die Plantage im Keller mit insgesamt 289 Pflanzen erstreckte sich über zwei Räume. Sie wurde automatisch bewässert, große Filter reinigten die Abluft. Die Energie wurde über Starkstromleitungen herangeführt.

Die Ermittler gehen von einem Familienbetrieb aus: Der Vater baute das Marihuana an, sein Sohn verkaufte es. Entsprechende Strafverfahren wurden eingeleitet. Den Ermittlungserfolg führt die Polizei auf „die gute Zusammenarbeit zwischen Jugendsachbearbeitern und Präventionsteam der Polizei und den Göttinger Schulen“ zurück.