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Göttingen Polizist entdeckt 22-Jährige blutüberströmt auf einer Bank
Die Region Göttingen Polizist entdeckt 22-Jährige blutüberströmt auf einer Bank
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00:33 27.04.2018
Vermutliche Beziehungstat am „Kauf Park“: Die polizeiliche Ermittlungsarbeit hat begonnen, die Spurensicherung ist vor Ort.
Vermutliche Beziehungstat am „Kauf Park“: Die polizeiliche Ermittlungsarbeit hat begonnen, die Spurensicherung ist vor Ort. Quelle: Christoph Mischke
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„Ihr Oberkörper und ihr Kopf waren voller Blut“, berichtete der Polizist. Ersthelfer hätten versucht, die Blutungen zu stoppen. Das Opfer sei nicht ansprechbar gewesen. Die 22-Jährige kam kurz darauf mit einem Rettungswagen ins Göttinger Uni-Klinikum. Dort stellten die Ärzte fest, dass sie unter anderem zwei schwere Stichverletzungen an der linken Kopfseite im Nackenbereich und unterhalb der linken Brust erlitten hatte. Die Staatsanwaltschaft hat ihren bereits mehrfach vorbestraften 24-jährigen Ex-Freund wegen versuchten Mordes angeklagt. Nach Ansicht der Strafverfolgungsbehörde hat er den Eintritt ihres Todes billigend in Kauf genommen. Außerdem wirft sie dem Angeklagten zahlreiche weitere Gewaltdelikte vor. Unter anderem soll er die 22-Jährige während ihrer rund ein Jahr dauernden Beziehung vielfach vergewaltigt und körperlich misshandelt haben.

Am Tatort am „Kauf Park“ stießen die Polizisten auch auf eine Kundin, die zufällig Zeugin der Gewaltattacke geworden war. Nach Angaben einer Polizistin berichtete diese bei ihrer Vernehmung, dass sie beim Verlassen der Tiefgarage Schreie einer Frau gehört habe. Sie habe dann gesehen, dass eine laut schreiende Frau auf einem Gehweg lag. Über sie sei ein Mann gebeugt gewesen, der wiederholt Ausholbewegungen mit dem rechten Arm gemacht habe. In seiner linken Hand habe sie etwas Blinkendes gesehen. Sie habe dann ebenfalls laut geschrien. Der Täter habe daraufhin zu ihr hinübergeblickt und sei geflüchtet.

Radfahrerin hilft schwer verletzter Frau

Zeugenaussagen zufolge hatte eine Radfahrerin der Schwerverletzten aufgeholfen. Auf Bitten der 22-Jährigen habe diese dann deren Mutter angerufen und ihr anschließend das Handy gereicht. Die Schwerverletzte habe dann zu ihrer Mutter gesagt, dass ihr Ex-Freund sie „abgestochen“ habe.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 24-jährige Angeklagte hochgradig eifersüchtig war und nicht akzeptieren wollte, dass sich die 22-Jährige von ihm getrennt hatte. Bei der Messerattacke soll er gerufen haben: „Wenn ich dich nicht haben kann, dann kann dich keiner haben!“

In der Verhandlung am Dienstag machte er deutlich, dass er offenbar auch weiterhin nicht gewillt ist, sie in Ruhe zu lassen: Während die übrigen Verfahrensbeteiligten am Richtertisch Fotos vom Tatort in Augenschein nahmen, schaute er immer wieder provozierend zu der 22-jährigen Nebenklägerin hin und machte einmal sogar eine Handbewegung in Richtung Hals.

Von Heidi Niemann

24.04.2018
30.04.2018