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00:17 02.10.2016
Von Ulrich Schubert
Beim "Schaulmesterdag" in Rauschenwasser haben sich Lehrer und Ehrenamtliche getroffen, um die plattdeutsche Sprache in Schulen zu fördern. Quelle: CH
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Göttingen

An diesem Freitag endet die niedersächsische Kampagne „Freitag ist Platttag – Fredach is Plattdach“. Landesweit waren die Menschen aufgerufen, an jedem Freitag im September den ganzen Tag über Plattdeutsch miteinander zu reden – zu Hause, bei der Arbeit, in der Schule. Dazu gab es Gottesdienste auf Plattdeutsch, Kulturnachmittage und viele Schulprojekte im Zeichen der Kampagne – auch im Raum Göttingen. Und sie stoßen auf Fruchtbaren Boden: „Wir denken, dass der Bestand an Plattdeutsch sprechenden Menschen in unserem Einzugsgebiet noch bei etwa 7000 bis 10000 Menschen liegt“, sagte Rolf Gruschinski, Netzwerker des „südniedersächsischen Plattdeutsch Forums“ (PdF).

Das PdF ist vor zwei Jahren aus der Fachgruppe Plattdeutscher Sprache und Literatur der Arbeitsgemeinschaft für Südniedersächsische Heimatforschung heraus gegründet worden – und wächst seitdem, so Gruschinski. In vielen Dörfern in den Landkreisen Göttingen, Osterode, Northeim, Holzminden und in der Stadt Göttingen gebe es aktive Plattdeutsch-Gruppen. Mitglieder seien in Schul-AGs aktiv, leiteten plattdeutsche Singspiele in Kindergärten und werden in den Konfirmandenunterricht einbezogen.

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Für diese und andere Aktionen habe das PdF 15 Regionalberater und neun Fachberater unter anderem für Kirchen, Kitas und Lesewettbewerbe benannt. Darüber hinaus kooperiere das Forum mit Andreas Kompart aus Adelebsen, Fachberater der Landesschulbehörde für die niederdeutsche Sprache an Schulen in Südniedersachsen. Gemeinsam haben sie unter anderem einen „Schaulmesterdag“ organisiert – eine Fortbildung für Lehrer und ehrenamtliche Plattsprecher. Sie wollen vor allem Schülern das Plattdeutsch wieder nahe bringen.

Trotz dieser Aktivitäten sorgen sich Platt-Fans um die Zukunft dieser Sprache. Vor diesem Hintergrund haben sie unter der Schirmherrschaft der Landesschulbehörde und des Kultusministeriums die Kampagne „Freitag ist Platttag“ organisiert. Das Tageblatt und andere Medien berichteten über plattdeutschen Werkunterricht, plattdeutsche Gottesdienste und veröffentlichten plattdeutsche Geschichten. Das habe Plattdeutsch erfolgreich ins Gespräch gebracht, bilanzierte Gruschinski zum Abschluss der Aktion. Dieser rote Faden sollte in jedem Jahr wieder aufgenommen werden, damit „use Spraoke nich underchaat“. Auch für Kompart war sie erfolgreich: „Ich habe durch die Aktionen und Berichte im Tageblatt viele neue Kontakte zu Schulen knüpfen können.“