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Göttingen Post ehrt Göttinger Geophysiker Wiechert
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18:00 30.03.2010
Pionier der Erdbebenforschung: Emil Wiechert.
Pionier der Erdbebenforschung: Emil Wiechert. Quelle: DGG
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„Mit Emil Wiechert wird einer der Begründer der Geophysik geehrt“, sagt Ugur Yaramanci, Präsident der DGG. „Dies ist eine äußerst erfreuliche Nachricht, nicht nur für Geowissenschaftler im In- und Ausland“. Wiechert sei es als Erstem gelungen, Erdbebenwellen dauerhaft aufzuzeichnen. Bis heute ist der historische Seismograph in seiner Erdbebenwarte in Göttingen funktionsfähig.

Emil Wiechert wurde am 26. Dezember 1861 in Tilsit im damaligen Königreich Preußen geboren und studierte in Königsberg Physik. 1897 kam er nach Göttingen, wo er 1898 auf die weltweit erste Professur für Geophysik berufen wurde. In den folgenden Jahren baute er dort eine Erdbebenwarte auf, mit dem ersten funktionsfähigen Seismographen für Langzeitregistrierungen. „Die Wiechert-Seismographen setzten für Jahrzehnte die Standards des jungen Wissenschaftszweiges und sind vielerorts noch heute nahezu unverändert im Betrieb“, heißt es in einer Mitteilung der DGG. Mit seinen vielfältigen Arbeiten zur Ausbreitung von seismischen Wellen, zum Erdmagnetismus und zu Phänomenen der Atmosphäre sei es im gelungen, die Geophysik als eigenständiges wissenschaftliches Fachgebiet zu etablieren.

Seine Pionierarbeiten zur Erkundung des Untergrundes mit künstlich erzeugten Bodenschwingungen legten den Grundstein für jene Verfahren, mit denen seit Jahrzehnten etwa neue Erdöl- und Erdgaslagerstätten aufgespürt werden. Im Jahr 1922 war Wiechert Mitbegründer und erster Präsident der heutigen Deutschen Geophysikalischen Gesellschaft, die eine ihrer höchsten Auszeichnung nach ihm benannt hat. Bis zu seinem Tod 1928 lehrte und forschte Emil Wiechert in Göttingen. Bis heute gilt er als einer der bedeutendsten Pioniere auf dem Gebiet der Erdbebenwellen, die ihre Faszination und ihren Schrecken auch Laien immer wieder sichtbar machen.

Von Michael Brakemeier

30.03.2010
30.03.2010
30.03.2010