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Göttingen Praktikant aus Spanien in Göttingen
Die Region Göttingen Praktikant aus Spanien in Göttingen
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20:55 21.06.2013
Montiert neue Fahrräder: Natael Alvarez.
Montiert neue Fahrräder: Natael Alvarez. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Knapp zwei Monate ist es her, dass Alvarez seine Heimat verließ. „Ich war vorher noch nie außerhalb der kanarischen Inseln“, sagt er. Nun arbeitet er bei einem Fahrradgroßhandel in Göttingen und baut neue Fahrräder zusammen.

Eigentlich Mediengestalter gelernt

„Diese Arbeitserfahrung im Ausland ist bei späteren Bewerbungen enorm nützlich“, sagt Alvarez. Er hofft, sich so in mehrere Branchen bewerben zu können als zuvor. Denn eigentlich hat der Spanier Mediengestaltung gelernt; die Arbeit mit Rädern ist für ihn neu.
Das Praktikum in Göttingen möglich gemacht hat „Integration durch Arbeit“ (IdA), ein kommunales Projekt, das von der Stadt und der Beschäftigungsförderung getragen wird.

Viele Teilnhemer schon länger arbeitslos

Über dieses Programm werden jährlich Gruppen von jungen Göttingern nach Frankreich, Malta oder Teneriffa geschickt, die dort während der Praktika Arbeitserfahrung sammeln. Seit diesem Jahr findet nun auch ein Rückaustausch mit jungen Erwachsenen der kanarischen Insel statt.
„Es geht primär um die Qualifikation der Teilnehmer für den spanischen Arbeitsmarkt“, sagt Projektleiter Hendrik Abel.

Viele der Teilnehmer seien schon länger arbeitslos, hätten keine ausreichende Ausbildung oder seien sozial benachteiligt. Die Zeit in Deutschland soll ihnen neue Möglichkeiten eröffnen. Natürlich können es sich viele vorstellen, nach Ablauf der drei Monate weiterhin in Deutschland zu bleiben. „Dieser Effekt ist auch gewünscht“, sagt Abel.

Sprachförderung

Schließlich seien auf Teneriffa gut zwei Drittel aller jungen Erwachsenen arbeitslos, während in Deutschland Auszubildende gesucht werden. „Dies kann aber nur erfolgreich ein, wenn die potenziellen Arbeitskräfte eine ausreichende Sprachförderung erhalten.“ Vier Tage in der Woche sind die 14 Teilnehmer des IdA-Projektes deshalb in den Betrieben tätig – die reichen vom Altenheim über ein Fitnessstudio bis zum Café.

Am fünften Tag lernen sie gemeinsam Deutsch. Natael Alvarez hofft, auch davon langfristig profitieren zu können. Wenn nicht in Deutschland, dann in seiner Heimat. Schließlich ist ein Großteil der Jobs auf Teneriffa mit dem Tourismus verbunden. „Ich verstehe Deutsch schon recht gut, nur das Sprechen fällt mir noch sehr schwer.“

"Es macht sehr viel Spaß"

Er würde gerne nach dem Praktikum weiter in Göttingen arbeiten. „Es macht sehr viel Spaß“, sagt Alvarez. Und auch wenn er weiterhin keine Hoffnung hat, in Spanien eine Job zu finden, hat ihm die Zeit hier schon eines gebracht: „Es hat mich neu motiviert.“

Von Christopher Piltz