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Göttingen Preise in der Region steigen kaum
Die Region Göttingen Preise in der Region steigen kaum
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16:22 16.11.2018
Markus Billen zeigt im Billen Forst die Folgen der Trockenheit an den Weihnachtsbaumkulturen in der Schonung zwischen Wake und Landolfshausen. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Weihnachtsbäume werden teurer“, so lautete die Prognose von Saskia Blümel, Geschäftsführerin des Bundesverbands der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger in Deutschland. Dies liege sowohl an der Dürre, als auch an gestiegenen Lohn- und Transportkosten. Ihre Prognose lässt sich jedoch nur teilweise auf die Region um Göttingen übertragen.

Markus Billen betreibt in Bösinghausen eine Weihnachtsbaumproduktion und Forstbaumschule. Zum Billen Forst“ gehören mehrere Weihnachtsbaumkulturen im Landkreis Göttingen. Seine Nordmanntannen seien relativ gut mit der Dürre zurecht gekommen, andere Nadelbaumarten hätten es schwerer gehabt. Allerdings würde die Trockenheitsresistenz auch mit dem Alter der Pflanzen zu tun haben. „Je jünger die Bäume, desto empfindlicher haben sie auf die Trockenheit reagiert“, sagte Billen.

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Hellere Nadeln

Der wenige Regen würde auch das Düngen der Bäume erschweren: Die Böden unter den Pflanzen seien im Frühjahr gedüngt worden, doch es würde Wasser brauchen, damit sich der Dünger auflöse und einsickere. Ein Teil des gestreuten Düngers liege allerdings immer noch unter den Bäumen, so Billen. Für den Verkaufsstart am 10. Dezember müssten sich seine Kunden zwar nicht auf steigende Baumpreise einstellen, allerdings seien viele Nadeln in diesem Jahr heller als sonst, sagte Billen.

Stabile bis leicht steigende Preise zu erwarten

Auch die Realgemeinde Weende bietet Weihnachtsbäume an. Abgesehen von einigen Sturmschäden seien die Pflanzen im Großen und Ganzen in Ordnung, sagte Thomas Hänsch, Vorsitzender der Realgemeinde. Die in diesem Jahr verkauften Bäume seien bereits 12 bis 13 Jahre alt und hätten deshalb keine großen Schwierigkeiten mit der Trockenheit gehabt. Allerdings seien Wetter bedingt keine neuen Bäume gepflanzt worden. Der Stückpreis für die 400 Weihnachtsbäume, die ab dem 15. Dezember zum Verkauf stehen würden, bleibe im Vergleich der vergangenen Jahre stabil, so Hänsch.

Dass in Niedersachsen im Schnitt die Preise für Weihnachtsbäume steigen würden, liege nicht nur an der Dürre, sagte Bernd Oelkers, Vorsitzender des Verbands der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger in Niedersachsen, Hamburg und Bremen. Auch die gestiegenen Ausgaben der Produzenten für Löhne und Transport würden zum Teil an die Kunden weitergeben müssen. Allein für Logistik seien die Kosten im Schnitt um fünf bis zehn Prozent gestiegen, sagte Oelkers. Die Dürre sei doppelt negativ für die Produzenten: Neupflanzungen würden eingehen und seien damit ein Totalausfall oder sie müssten aufwändig bewässert werden. Beide würde sich ebenfalls auf die Preise auswirken.

Regionale Unterschiede – Fichten leiden besonders

Dabei gäbe es in Niedersachsen regionale Unterschiede: Der Westen und Süden des Bundeslands seien stärker von der Dürre betroffen. Außerdem würden Bäume auf Lehmböden die Trockenheit besser überstehen können, als auf sandigen Flächen, erklärte Oelkers. Besonders betroffen seien Schwerpunkte der Weihnachtsbaumproduktion in der Heide und im Osnabrücker Raum. Deshalb seien leichte Steigerungen der Baumpreise in Niedersachsen zu erwarten. Eine durchschnittlicher eineinhalb Meter hoher Weihnachtsbaum werde etwa drei Euro mehr kosten, sagte Oelkers.

Bereit zur Ernte: Doch an den Nadelbäumen des Landkreises Göttingen ist das extreme Wetter des Jahres nicht spurlos vorbeigegangen. Quelle: dpa

Auch an den Nadelbäumen des Landkreises Göttingen sei das extreme Wetter des Jahres nicht spurlos vorbeigegangen, erklärte Elisabeth Over, Betriebsdezernentin des Forstamts Reinhausen. Besonders die Fichten hätten gelitten. Die starken Stürme im Frühjahr hätten bei den flachwurzelnden Fichten große Schäden angerichtet. Und das Wetter habe das Wachstum des Borkenkäfers begünstigt, der wiederum sei das größte Problem der Fichten, so Over. Tannen und Kiefern seien kaum betroffen. Deshalb würden vermehrt Mischwälder angepflanzt, da diese Wetterextremen besser verkraften.

Von Max Brasch