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Göttingen Pressekonferenz: Asklepios-Klinik nach Psychiatrieausschuss-Sitzung um Dialog bemüht
Die Region Göttingen Pressekonferenz: Asklepios-Klinik nach Psychiatrieausschuss-Sitzung um Dialog bemüht
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20:28 25.06.2013
Von Jürgen Gückel
Quelle: Hinzmann (Symbolbild)
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Göttingen

Das ist Ergebnis einer Sitzung und der anschließenden Pressekonferenz des Psychiatrieausschusses von Stadt und Landkreis mit Management und Personalrat der Göttinger Klinik.

Mit dabei auch Gesundheits-Staatssekretär Jörg Röhmann (SPD), der es bedauerte, dass die politische Diskussion um die Privatisierung der Landeskrankenhäuser durch die CDU/FDP-Regierung im Jahr 2007 mit den Sorgen der Belegschaft nach Veränderungen im Klinikbetrieb vermengt worden sei. Es könne nicht angehen, so Röhmann, „das Land zu kritisieren, indem man die Käufer kritisiert“.

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„Ein wichtiges konstruktives Angebot für eine längerfristige Lösung“

Während Volker Thesing, Regionalgeschäftsführer der Asklepios-Kliniken, einräumte, „die Ängste in der Belegschaft vielleicht nicht im ausreichenen Maße wahrgenommen“ zu haben, nannte Frank-Peter Arndt (SPD), der Vorsitzende des Psychiatrieausschusses, den künftigen Beirat „ein wichtiges konstruktives Angebot für eine längerfristige Lösung.“ Noch ist freilich die Zusammensetzung nicht klar. Nach dem Vorbild des SGB-II-Beirates könnte ein Asklepios-Beirat vermittelnd tätig werden und, so Thesing, einen Mangel abstellen: „Denn wir kommunizieren nicht genug in die Region.“

„Große Unzufriedenheit“

Auch wenn alle Beteiligten um Harmonie bemüht waren: Dass es in der Belegschaft „große Unzufriedenheit“ gebe, unterstrich die Betriebsratsvorsitzende Christiane Kruse noch einmal. Und auch der Staatssekretär betonte, die Klinik werde sich auf einen zunehmend raueren Krankenhausmarkt einstellen müssen, so dass es „Einschnitte geben werde, denen sich auch der Betriebsrat nicht verschließen kann.“ Thesing nannte nicht nur die für 2017 angekündigte Reform der Psychiatrie-Finanzierung.

Schon jetzt habe sich die Arbeit verändert durch einerseits höhere Fallzahlen und andererseits kürzere Verweildauer der Patienten. Dadurch müsse Personal anders eingesetzt werden als früher. Und es sei, so Niedersachsen-Geschäftsführer Manfred Huppertz, zu überlegen, ob das Personal nicht anders, gezielter einzusetzen ist. Derzeit seien 90 Prozent der Mitarbeiter examiniert. „Wir müssen uns fragen, ob wir wirklich noch alle Angebote vorhalten müssen.“ Das aber erzeuge Ängste bei den Mitarbeitern. Thesing versprach aber: Bis Ende 2017 werde es keine betriebsbedingten Kündigungen geben – „darüber hinaus auch nicht“, lockte der Staatsekretär noch aus dem Regionalgeschäftsführer heraus.

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